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Neue Telekommunikations-Studie von Andersen

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Nach fast zwei Jahren schärfsten Wettbewerbs auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt ist von einer Goldgräberstimmung deutscher Telco-Chefs wenig zu spüren. Zu diesem Schluss kommt die neue Studie "European Telecommunications 2002: The Search for Value" von Andersen Consulting, die heute in Frankfurt vorgestellt wurde. 101 Führungskräfte führender Telcos aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien und der Schweiz wurden zu ihren Erwartungen über die Entwicklung ihres jeweiligen Marktes in den kommenden drei Jahren befragt.

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62 Prozent der Befragten gehen laut Studie davon aus, dass die Zeit der Telekommunikations-Unternehmen als reine Telefondienstleister vorbei sei, denn die Margen aus dem reinen Telefoniegeschäft sind zu gering. Deshalb müssen die Telekommunikations-Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickeln, mit denen sie Umsatzanteile in der elektronischen Wirtschaft erzielen können.

"In Deutschland hat der Liberalisierungsprozess relativ spät begonnen und einen dramatischeren Verlauf genommen als irgendwo sonst auf der Welt. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Entwicklungen auf dem deutschen Markt als Vorreiter-Modelle in anderen Ländern gesehen werden können", analysiert Thomas Herbst, Geschäftsführer des Bereiches Telekommunikation in Mitteleuropa von Andersen Consulting. "Der Wettbewerb über die Preisstruktur wird abgelöst von einem Wettbewerb über den Service am Kunden. 81 Prozent sehen ihre Chance in der Verbesserung der Servicequalität und durch die Bündelung von Produkten."

Ein in Europa kontrovers diskutierter Bereich ist die Liberalisierung des Ortsnetzes. Über den Wireless Local Loop, Glasfasernetze oder TV-Kabel versuchen alternative Carrier den direkten Zugang zum Kunden zu erschließen. Der direkte Zugang zum Kunden wird laut Studie neue Tarifmodelle hervorbringen, die dem Margenverfall entgegen wirken können. 60 Prozent der in Deutschland befragten Führungskräfte sehen die Flat-Rate nun als natürliche Reaktion auf den Wettbewerb und als Retter in der Not.

"Aber solange es keinen echten Wettbewerb im Local Loop geben wird, werden Flat-Rate-Angebote mit "kostenlosen" Ortsverbindungen, nicht realisiert werden können", meint Thomas Herbst. Zudem sind Flat-Rates nur bei Produktbündeln Gewinn bringend, nicht aber bei Einzeldiensten.

Der Aufbau von Infrastruktur allein wird demnach kein wettbewerbskritischer Faktor sein. "Viel wichtiger sind das Geschäftsmodell und die Wertschöpfungskette, die dahinter stehen", so Thomas Herbst. "Neben echten Kundenbindungs-Maßnahmen wird die E-Commerce-Integration immer wichtiger."

Telefongesellschaften, die durch E-Commerce, Mehrwertdienste und Multimediaservices ihren Wert steigern wollen, sehen optimistisch in die Zukunft. Allerdings geht die Initiative derzeit nicht von den Telekommunikations-Unternehmen aus, sondern von den so genannten Dot-Coms, Unternehmen also, die im Internet ihre Geschäftsplattform gefunden haben und als reine Internet-Diensteanbieter ihre Chance sehen.

Eine aktive Beteiligung an E-Commerce-Geschäftsmodellen über die reine Transportleistung von Bits und Bytes hinaus bringt neue Chancen für Telekommunikations-Unternehmen. Sie könnten Inhalte liefern oder als Dienstleister für Internet-Unternehmen agieren und beispielsweise Billing-Services anbieten.



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