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VATM fordert konsequenten Verkauf des Kabelnetzes

/ Jens Ihlenfeld
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Im eingeleiteten Fusionskontrollverfahren vor der EU-Kommission auf Grund der Übernahme des britischen Mobilfunknetzbetreibers One2One durch die Deutsche Telekom AG (DTAG) erwartet der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM)(öffnet im neuen Fenster) klare Auflagen der Kommission.

Erforderlich ist nach Auffassung des VATM-Geschäftsführers Jürgen Grützner nicht nur eine strukturelle Separierung des Mobilfunkbereiches, sondern vor allem eine konsequente Trennung der DTAG vom Breitbandkabelnetz.

Eine Übernahme von One2One durch die Deutsche Telekom AG (DTAG) habe sowohl in Deutschland als auch im europäischen Markt schwer wiegende Veränderungen der Wettbewerbsverhältnisse nicht nur im Mobilfunkmarkt zur Folge. Hier wird die DTAG nach der Fusion mit One2One inkl. aller Mehrheitsbeteiligungen über mehr als 11 Millionen Kunden verfügen, und weitere Zukäufe seien bereits angekündigt.

Zudem hätte die DTAG die Möglichkeit einheitlicher grenzüberschreitender Diensteangebote – insbesondere Kombinationen Festnetz/Mobilfunk – und entsprechender Tarifstrukturen, die ihr auch im Festnetzbereich erhebliche Vorteile verschaffen würde. "Einer europäischen Expansion, die das klare Ziel einer zusätzlichen Stärkung der Marktmacht eines ehemaligen Monopolunternehmens verfolgt, kann daher nur zugestimmt werden, wenn gleichzeitig eine verstärkte Öffnung auf dem Heimatmarkt erfolgt", so Jürgen Grützner.

Seit Jahren versuche die DTAG erfolgreich, den geforderten Verkauf des Kabelnetzes zu verzögern. Hierdurch verhindere sie den sinnvollen Ausbau des Kabels für Sprachtelefonie und Internet und somit den Wettbewerb im Ortsnetzbereich.

Gleichzeitig führt sie eine umfassende Aufrüstung ihrer Telekommunikationsinfrastruktur mit der ADSL-Technologie durch, um den Wettbewerbsvorsprung beim breitbandigen Kundenzugang zu sichern, so der VATM. Ein Ausbau des Kabelnetzes wird auch künftig weiterhin von der Telekom blockiert werden. Dies zeige sich deutlich bei den laufenden Verhandlungen im Anschluss an das abgeschlossene Bieterverfahren.

Letztlich versuche sie ihren Einfluss aber vor allem langfristig sicherzustellen, indem sie auch bei einem Verkauf des Kabelnetzes auf einer Beteiligung von 25 % plus eine Aktie besteht. Nur wenn ein vollständiger Verkauf durch Vorgaben der Kommission sichergestellt wird, kann das Kabelnetz mittelfristig eine Alternative zum bisherigen Ortsnetzzugang der DTAG werden. Nur dann gäbe es in Deutschland eine Chance, auch hier bei Daten- und Sprachübertragung zu einer deutlich besseren Wettbewerbssituation zu kommen.


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