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Starker Richtungswechsel bei Amiga Inc.

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Nachdem der mysteriöse Amiga der nächsten Generation erst mit einem eigenen, dann mit einem speziell angepassten Linux auf den Markt kommen sollte und jedermann auf Details zur sensationellen Hardware wartete, die von der gleichnamigen Firma letzten Monat vorgestellt werden sollte, hat man dort nun anscheinend alle Pläne umgeworfen und sich neu ausgerichtet.

Wie es aussieht, wird es nun doch keine neue Amiga-Hardware oder das bereits angekündigte Amiga-Betriebssystem auf Linux-Basis mehr geben. Den Tod des Amiga sollen die Fans jedoch trotzdem nicht befürchten, wie Thomas J. Schmidt, President & C.E.O von Amiga Inc. , in dieser Woche der Amiga-Gemeinschaft in einem offenen Brief mitteilte.

"Die Ideale und der Geist dieses originalen Amiga sind heute lebendig. Aber Amiga nur auf eine Box, ein Produkt, ein OS zu beschränken, bedeutet, den Amiga davon abzuhalten, jemals sein volles Potential zu erreichen", schreibt Thomas J. Schmidt an die Amiga-Gemeinde. "Beim originalen Amiga ging es um Multimedia, also warum Amiga nicht auf jedem vorstellbaren Gerät laufen lassen, auf jedem OS, das es gibt? Das ist das schöne an Amiga, und wo wir als Industrie stehen. Wir sind mitten in einer Revolution, anders als alles, was die Welt gesehen hat, und Amiga war nie in einer besseren Position, die Welt zu ändern und einen größeren Einfluß zu haben."

Aus diesem Grunde wäre es laut Schmidt ein Fehler, den Amiga nur auf eine Box und ein Betriebssystem zu beschränken. Amiga will deshalb Software-Technologien herstellen, die Internet-Dienste in einer im Entstehen begriffenen Kategorie von Produkten ermöglichen wird, die im Allgemeinen als "Information Appliances" bezeichnet werden. Man begibt sich damit in direkte Konkurrenz zum Newcomer Be Inc., die mit BeOS den gleichen Weg einschlagen und ein Gebiet betreten, in dem schnelle, breitbandfähige und für den Benutzer unkomplizierte vernetzte Endgeräte gefragt sind.

"Es ist ein aufregender neuer Mega-Trend in der Industrie, und wir sind begeistert, an vorderster Front dieser nächsten großen Welle in der Computergeschichte zu stehen. Zusätzlich haben wir entschieden, mit Geschäftspartnern zusammenzuarbeiten, die unsere Software-Technologie auf ihren Systemen ausliefern werden, statt selbst direkt in das Hardware-Geschäft einzusteigen", fährt Schmidt fort.

Kommentar:
Mit einem "Lang lebe der Amiga!" Ausruf endet der Brief, der von vielen Amiga-Fans eher als Enttäuschung gesehen werden dürfte, aber aus wirtschaftlicher Hinsicht mit Sicherheit eine sinnvolle Entscheidung verkündet. Mit dieser Entscheidung sollte Amiga jedoch eines beachten: Eine Fan-Basis kann man mit Internet Appliances nicht bewahren, genausowenig, wie es Kühlschrank-Fanclubs gibt. Die Fans verbindet damit eigentlich nichts mehr mit Amiga Inc.


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