Freies Surfen: Werbefinanzierter Internetzugang
Bereits 1997 konnten sich die Gründer Jürgen Semmler, Dr. Carl Thomas Simmons und Christian Herbold mit Ihrer Idee im Gründer Wettbewerb Multimedia(öffnet im neuen Fenster) unter den besten 20 platzieren.
Bei Einsatz der Personal Ad-Software wird nach dem Verbindungsaufbau zum Internetprovider Werbung direkt auf dem Bildschirm des Nutzers angezeigt und in regelmäßigen Abständen vom Personal Ad Client ausgetauscht. Das Werbefenster erscheint unabhängig vom eigentlichen Browserfenster immer sichtbar on-top und beansprucht etwa 5 Prozent der Bildschirmfläche. Auf diesem Wege soll sich der Internetprovider bzw. die Telekommunikations-Gesellschaft über Werbeumsätze refinanzieren
Der Inhalt des Personal Ad-Werbefensters ist dabei unabhängig von den Internet-Seiten, die der Nutzer besucht. Den Inhalt der Werbung bestimmt der User durch seine persönlichen Interessen und seinen soziodemographischen Profil. Dieses wird bei der Einrichtung des Personal Ad Accounts vom Nutzer eingegeben. Unter Beachtung der Datenschutzauflagen will das System so Werbungtreibenden personalisierte Kampagnen, die nach Regionen und sogar nach Zeitintervallen steuerbar sind, ermöglichen. Es entstehe eine echte one-to-one-Kommunikation ohne Streuverluste, sagen die Betreiber.
Die Akzeptanz für ein solches System läge einen eigenen Feldversuch zu Folge bei etwa 70 Prozent, erklärt Thomas Simmons, Vorstandsvorsitzenden der Novaville AG. Zudem lassen sich im Werbe-Fenster auch Zusatzdienste, wie personalisierte Stellenangebote oder regionale Kulturinformationen realisieren.
Bereits im Jahr 2000 will man eine kritische Masse von etwa 100.000 Usern erreichen um eine entsprechende Vermarktung ab Herbst 2000 zu ermöglichen. Je größer das Werbeaufkommen wird, desto feiner werde die Personalisierung, so Simmons weiter.
Um den Schutz der persönlichen Daten zu wahren werden bei Personal Ad die Informationen nicht mit einer Person verbunden, vielmehr dienten sie nur als Einstellungen für einen Zugang. Es müsse weder Namen, Adresse noch E-Mail Adresse angegeben werden. Der gesamte Informationsaustausch zwischen dem Nutzer und dem Personal Ad Server entspreche dabei den Anforderungen der "Platform for Privacy Preferences" (P3P) des World Wide Web Consortium (W3C), so die Betreiber. Darüber hinaus will man sich die Datensicherheit von offizieller Stelle zertifizieren lassen, um auch die letzten Zweifel bei den Nutzern auszuräumen.
Simmons: "Es ist schließlich unser Interesse, dafür zu sorgen, dass unser System seine Glaubwürdigkeit behält und die Privatsphäre der Nutzer zuverlässig schützt."
Novaville bietet die Personal Ad Technologie Interneprovidern an, die ihrerseits entsprechende Produkte für den Endkunden realisieren können. Dabei zeichneten sich bereits erste positive Ergebnisse in Gesprächen mit Providern ab, berichtet Novaville.
Indes geht Simmons davon aus, "das man keine Werbung von Inhaltsanbietern im Internet abziehen werde." Novavilles Ziel ist es vielmehr, zusätzliche, neue Werbeströme ins Internet zu lenken, in dem man attraktive Möglichkeiten zur Distribution von Online-Werbung biete.
Der Öffentlichkeit will man das System zur digiMedia vom 22. bis 25. September in Düsseldorf vorstellen.