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ECTS - 3D-Hardware-Gerüchteküche

Artikel veröffentlicht am ,

Vom 5.-7. September
Vom 5.-7. September
Auf der diesjährigen Fachspielemesse ECTS in London ging es wieder heiß her, auch diesmal gab es von verschiedenen Quellen so einiges Interessantes zu hören - vor allem die kommende 3D-Hardwaregeneration sorgte für Diskussionen und Gerüchte.

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Während NVidia und S3 auch auf der ECTS ihre Grafikchips mit integrierter Transformation und Lightning Engine hochhielten, konzentrierte sich 3dfx mit den schon bekannten T-Buffer -Demonstrationen eher auf Spezialeffekte denn auf Rechenleistung. Während NVidias neuester Chip, der GeForce 256 , immerhin 80.000 Polygone pro Frame berechnen und in Echtzeit darstellen kann, schafft der wesentlich preiswertere Savage2000 von S3 immerhin noch 25.000 bei ebenfalls maximal acht Hardware-Lichtquellen. Zum Vergleich: Das schon recht aufwendige Spiel Quake 3 - Arena bringt in seinen 3D-Szenen derzeit etwa 10.000 Polygone/Frame auf die Waage.

3dfx' noch in diesem Jahr kommender und laut 3dfx bereits in Silizium existierender "Voodoo4"-Chip mit dem etwas geschmacklosen Codenamen Napalm soll zwar endlich hochqualitatives 32-Bit-Rendering und die schon erwähnten 3D-Effekte bieten, erfordert jedoch dank fehlendem Transformation und Lightning (T&L) weiterhin einen schnellen Rechner. Auf die Frage nach dem Grund für die Entscheidung, im Gegensatz zur Konkurrenz noch keine vollständige Geometriebschleunigung zu integrieren, nannte Brian Bruning mehrere Gründe: Zum einen werden bis Jahresende nicht mehr als ein oder zwei Spiele in der Lage sein, dieses Feature anzusprechen - im Gegensatz zu T-Buffer, das selbst alte 3D-Software in neuem Glanz erscheinen lassen soll - und zum anderen soll die von NVidia und S3 hervorgehobene Entlastung des Prozessors von Spiele- und Softwareprogrammierern kaum ausgenutzt werden können. Zitat von Brian Bruning, dem Director für Developer-Relations bei 3dfx: "Entwickler wissen noch nicht, wie man eine bessere Künstliche Intelligenz programmiert", so dass die gewonnene Rechenzeit demnach kaum genutzt werden könne. Dem wurde allerdings von einigen Spieleherstellern und vor allem von NVidia und S3 vehement widersprochen.

So scheint der ehemalige 3D-Vorreiter 3dfx einmal mehr in die Defensive zu geraten, auch wenn das Argument mit der noch bis Mitte nächsten Jahres fehlenden Softwareunterstützung für T&L Hardware durchaus Hand und Fuß hat. Trotzdem wächst das Interesse an Grafikkarten mit eigener Geometrie-Engine immer mehr. Das ist allerdings auch kein Wunder, schließlich ist einer der Hauptgründe für das stetige Aufrüsten der Systeme die immer rechenintensivere 3D-Grafik, vor allem im Entertainment-Bereich. Geometriebeschleunigung in Grafikchips könnte zumindest etwas den Druck vom Kunden nehmen und würde das Aufrüsten auf immer schnellere Prozessoren in einigen Bereichen auf den Austausch der Grafikkarte ersetzen. Zumindest solange bis Intel und AMD spitz bekommen, dass die Simulation physikalischer Begebenheiten in 3D-Welten einiges an speziellen Berechnungen erfordert, die man hervorragend in Prozessoren integrieren könnte...

Einige Branchen-Insider behaupten übrigens, dass 3dfx verzweifelt einen leistungsfähigen T&L Chip-für zukünftige Hardware suche und derzeit bei 3Dlabs an die Tür klopfe. 3Dlabs, der ebenfalls auf der ECTS anwesende Hersteller des Permedia 2 und 3 sowie einiger High-End-Grafikchips und -karten ließ sich jedoch zu keiner Stellungname außer einem weiten Grinsen hinreißen. 3dfx spricht hingegen - den Gerüchten zum Trotz - von einer selbst entwickelten T&L Engine, die im nächsten Jahr auf dem Voodoo4-Nachfolger zu finden sein soll.

Wer auf der ECTS neben NVidias GeForce 256, den übrigens Guillemot dort erstmals auf einem Test-Board zeigte, weitere neue 3D-Hardware der nächsten Generation erwartete, wurde sicherlich enttäuscht. Als Trostpflaster gab es aber wenigstens ein paar nette Videoschirme bei Sony, die einen kleinen Ausblick in die Möglichkeiten der 2000/2001 erscheinenden PlayStation 2 erlaubten.



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