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Laracroftism: Phänomene das Lara-Kults

/ Andreas Donath
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Lara Croft, Heldin des Computer- und Videospiels Tomb Raider, bildet in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit einen idealen Ausgangspunkt für Fragen zur aktuellen Beziehung zwischen Mensch und Maschine – das behaupten zumindest die Macher einer im Kunstraum München stattfindenden Veranstaltungsreihe.

Das neue Magazin LaraCroft:ism von Manuela Barth, einer in London und München lebenden Künstlerin, wird in diesem Zusammenhang vorgestellt.

Lara Croft, Archäologin und Tochter aus gutem Hause, kämpft sich in den verschiedenen Folgen des Computer- und Videospiels Tomb Raider unbeirrt zu verborgenen Schätzen und Geheimnissen durch. Gegner, die sich ihr in den Weg stellen – Tiere, Monster, Gangster – werden mit zahlreichen Waffen beseitigt. Durch ihre Popularität in Bereichen wie Werbung und Musik-Clips ist sie zur Identifikationsfigur einer Generation geworden. Lara Croft ist auch einem Publikum bekannt, das sich noch nie mit Computer- oder Videospielen beschäftigt hat.

Ihr Image oszilliert dabei zwischen kämpferischer Cyber-Heldin, Popstar und Pin-up. Ihre zahllosen Fans rezipieren sie fast schon als reale Figur, ihre Interessen und Abneigungen, ihr Familienhintergrund und ihre unbeirrte Einsamkeit sind weidlich bekannt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das macht sie zum idealen Ausgangspunkt für die Fragen, denen im Kunstraum münchen nachgegangen werden soll: Wo liegt die Grenze zwischen Realität und Fiktion bzw. gibt es diese Grenze noch? Ist Lara Croft als "tough girl" eine feministische Identifikationsfigur? Welche Möglichkeiten der interaktiven Nutzung und Erfahrung bieten digital entworfene Körper und Gender-Konzepte? Gibt es Unterschiede in der Vermarktung und Rezeption dieser Figur im deutschsprachigen bzw. anglo-amerikanischen Kulturkreis?

Besonders zum letzten Punkt wird sich der Marketing-Leiter von Eidos Interactive Deutschland, Knut-Jochen Bergel, in einer Diskussionsveranstaltung am 08. Oktober um 19.30 Uhr äußern. Titel des Abends: "Consuming Lara Croft – Phänomene des Lara-Kults".

Die Künstlerin Manuela Barth hat das Magazin LaraCroft:ism ent-wickelt, in dem die Cyber-Heldin als virtueller Entwurf vor dem Hintergrund sozio-kultureller Themen wie Mode, Film und Kosmetik präsentiert wird. So entstehen verschiedene Lesarten der Figur. Das Magazin lieferte den Anstoß für die Veranstaltungsreihe und wird in diesem Rahmen einem breiten Publikum vorgestellt.

Die Veranstaltungen werden per Video dokumentiert und können vom 03. bis zum 09. Oktober jeweils zwischen 15 und 18.00 Uhr im kunstraum münchen angeschaut werden. Begleitend zum Projekt entsteht eine Website(öffnet im neuen Fenster) , auf der sich die Diskussion auch nach dem 09. Oktober weiter entwickeln kann.

Die Veranstaltungsreihe läuft vom 01. bis zum 09. Oktober 1999 im Kunstraum München.

Siehe auch:
Alles über die Heldin: Lara Croft Magazin kommt.
Lara Croft bei den nächsten Olympischen Spielen?
Tomb Raider – Der Film.
Neues Lara Croft Double.


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