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Spieletest: "X - Beyond the Frontier"

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Das Universum durchfliegen
Das Universum durchfliegen
"X" spielt in einer Zukunft, in der die Menschheit nach einem Krieg mit Maschinen ihre Sprungtortechnologie verloren hat und erst 500 Jahre später etwas entwickelt, mit dem wieder eine Reise zu den Sternen möglich ist. Sie als Pilot sollen diesen neuen Antrieb, der sich am Bord ihres Schiffes befindet, testen. Doch es geht etwas schief und Ihr Schiff wird fortgeschleudert. Wieder im Normalraum zurück, haben Sie Waffen und Schilde verloren und werden von einem fremden Schiff in einer unbekannten Sprache gegrüßt. Schnell stellt sich heraus, daß Sie in einer anderen Galaxie gelandet sind, mitten im Hoheitsgebiet der Teladi, einer Rasse, für die Profit alles ist. Der nette Commander der Teladi leiht Ihnen 100 Credits und einen einfachen Schutzschildgenerator, damit sie anfangen können zu handeln. So machen Sie sich zur nächsten Station auf, um zu schauen, wie Sie schnell Profit machen können, um ihre Schulden zu bezahlen. Auch der Weg heim zur Erde muß schließlich gefunden werden...


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Das ist die Startbedingung für einen Weltraumhandels- und Kampfsimulator von Egosoft und THQ . Sie besitzen ein kleines Schiff mit einem kleinen Laderaum, 100 Credits, und haben nun die Möglichkeit, erstmal im derzeitigen System Handel zu treiben, um sich bald diverse Extras leisten zu können. Diese Extras sind auch bitter notwendig, will man in andere Systeme vordringen. Und das ist die Aufgabe des Spielers: Zu reisen, um einen Weg nach Hause zu finden. Die verschiedenen Völker sind dabei zum Teil behilflich, verlangen aber, daß die eine oder andere Mission für sie erfüllt wird.

Dies klingt wie eine Mischung aus "Elite" und "Privateer", ist aber doch viel mehr. Im Gegensatz zu diesen beiden Verwandten kann bei "X" nicht nur durch das Verschiffen von Fracht und durch das Abschießen von Feinden Credits gesammelt werden. Genug angesammelte Krediteinheiten vorausgesetzt, ist der Spieler bei "X" sogar in der Lage, sich eigene Stationen zu bauen, die verschiedenste Sachen produzieren können. Am Anfang wird es wohl ein Sonnenkraftwerk sein, was aus Kristallen Energiezellen gewinnt, die eigentlich fast überall gebraucht werden. Diese Kristalle muß man noch selber beschaffen. Bei anderen, auch selbst errichtbaren Fabriken ist es möglich, Frachtschiffe zu kaufen, die dann selber losfliegen und die benötigten Ressourcen besorgen.

Den daraus erwirtschafteten Gewinn steckt man in die Ausstattung seines Schiffes, um auch gegen größere Feindhorden bestehen zu können. Zwar kann hier allerhand an Ausrüstung beschafft werden, aber eines ist nicht möglich: Sich ein anderes Schiff zu kaufen.


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Grafisch kommt "X" in einem ansprechenden 3D-Look daher. Alle Objekte sind hübsch anzusehen und vor allem die Stationen auch sehr detailliert. Jedes System sieht optisch ein wenig anders aus als das andere. In jedem findet sich ein Planet, der sich schön animiert dreht, aber den man nicht anfliegen kann. Gut gelungen sind auch die Effekte während eines Gefechtes, wenn auch die Explosionen anderer Schiffe ein wenig schwachbrüstig ausfallen. Hier war "Wing Commander 5" wesentlich beeindruckender.

Auch der Sound zum Spiel ist recht ordentlich geraten. Die Musik ist als absolut unaufdringlich zu bezeichnen, hält sich immer schön dezent im Hintergrund und erzeugt eine von Elite bekannte Atmosphäre.

Spielerisch ist "X" von der ersten Minute an fesselnd. Die zahlreichen Möglichkeiten, Profit zu machen, lassen viel Zeit zum Ausprobieren, sei es, dass man nur einfach handelt, eine Station oder gar eine Kette von Stationen betreibt, die sich gegenseitig beliefern. Wem das noch nicht reicht, bietet die eingebaute Story eine Menge zusätzlicher Unterhaltung. "X" ist daneben für einige Überraschungen gut. So wird man eine Möglichkeit zum Saven von Spielständen vergebens suchen. Spielstände müssen nämlich gekauft werden. Auf den Stationen kann man für 10 Credits eine Bergungsversicherung abschließen, die den Spieler beim Verlust des Schiffes in den Zustand beim Kauf dieser Versicherung zurück versetzt.


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Allerdings gibt es bei "X" nicht nur Licht sondern auch Schatten. Als allererstes sollte man sich schleunigst das neueste Update (zum Testzeitpunktt V 1.3, mittlerweile V 1.6) besorgen. Die Urversion des Spieles hat doch eine Menge Fehler, die an die letzten fehlerhaften "Elite"-Versionen erinnert. Aber selbst mit dem neuesten Patch crasht "X" ab und zu mal, was den häufigen Gebrauch von Bergungsversicherungen ratsam erscheinen läßt.

Mir persönlich gefällt auch das Flugmodell von "X" nicht so ganz. Das eigene Raumschiff ist doch relativ langsam unterwegs. Das macht ein Ausweichen im Kampf mit anderen Schiffen und ein Ausmanövrieren fast unmöglich. So laufen die meisten Kämpfe darauf hinaus, daß man aufeinander zufliegt und meist der mit den schwächeren Schilden verliert. Hier hätte man sich vielleicht mehr an den Weltraumgefechten aus "Privateer", "Wing Commander" oder "X-Wing" orientieren sollen.

Ein anderer nicht so schöner Aspekt ist, dass man sich zwar in jedem System in der Nähe eines Planeten befindet, aber auch nach stundenlangem Fliegen nicht auf sie zusteuern kann. Sie drehen sich hübsch animiert, kommen aber nicht näher. So ist natürlich auch kein Landen auf Planeten möglich. Schade, denn hier haben die letzten beiden Elite-Versionen gezeigt, was möglich wäre.

Fazit:
"X" ist kein Nachfolger von "Elite" oder "Privateer". Denn es schlägt in vielen Punkten eigene Wege mit neuen Ideen ein., wie z.B. die Möglichkeit, eigene Produktionszweige aufzubauen. So bietet "X" viele Stunden lang Spielspaß von großer Güte. Gäbe es nicht die Patzer u.a. bei der Laufsicherheit und dem Flugmodell, wäre "X" wohl sicher eines DER Spiele dieses Jahres. So ist es "nur" ein wirklich gutes Weltraumkampf- und Handelsgame.

[Von Frederic Daguenet]



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