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Patchwork-Biographien prägen Multimedia-Karriere

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MdB Siegmar Mosdorf
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Im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat die Michel Medien Forschung und Beratung (MMB) in einer repräsentativen Umfrage die derzeitigen und künftigen Qualitätsanforderungen an Multimedia-Mitarbeiter untersucht. Dabei wurden 202 Multimedia-Agenturen befragt und 80 berufsbiographische Interviews geführt. Die Ergebinsse wertete Das Ministerium als überraschend:

  • Die Studie belegt einen hohen Bedarf an Aus- und Weiterbildung von Multimedia-Spezialisten. Die Qualifizierung sollte in erster Linie eine solide Basis bieten, die anschließend im "Training on the job" und in der organisierten beruflichen Weiterbildung vertieft wird. Know-how aus Multimedia benachbarten Geschäftsfeldern, etwa Werbung, Film/Video und Print, sind im Sinne eines Crossover-Media einzubeziehen.
  • Multimedia-Karrierewege verlaufen nicht gradlinig, sondern haben das Muster von "Patchwork-Biographien". Die Lebens- und Arbeitserfahrungen von Quereinsteigern wie Romanisten, Bauingenieuren oder gar Lokführern werden in der Branche oft höher bewertet als spezialisierte Qualifikationen. Dabei verbindet sie allerdings eine Leidenschaft: Lange vor ihrem beruflichen Einstieg in die Multimedia-Branche haben sie sich - meist privat - mit Computern und EDV beschäftigt.
  • Multimedia-Mitarbeiter sind überwiegend Akademiker. Vier von fünf Mitarbeitern haben eine Hochschule besucht - zum Teil ohne qualifizierenden Abschluß. Dies wird sich in absehbarer Zukunft nicht ändern: Rund 70 Prozent der befragten Unternehmen sehen den Hochschulabschluß als Basisqualifikation an. Dabei kommt es weniger auf das jeweilige Studienfach an als auf die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen sowie auf die kommunikative Kompetenz der Hochschulabsolventen. Verbunden wird diese formale Qualifikation idealerweise mit einem intensiven "Training on the job", in der Regel als Praktikant oder als freier Mitarbeiter.
  • Fast 91 Prozent der Mitarbeiter sind in den vier Kern-Tätigkeitsfeldern beschäftigt: Konzeption, Design, Programmierung und Projektmanagement. Die größte Gruppe bilden die Programmierer mit 31 Prozent, gefolgt von den Designern (23 Prozent), den Konzeptionern (21 Prozent) und den Projektmanagern (16 Prozent). Die übrigen zehn Prozent der Multimedia-Spezialisten sind als Texter bzw. Online-Redakteur, Systemoperator, Software-Entwickler oder Berater tätig.

Staatssekretär Siegmar Mosdorf dazu: "Gegenwärtig leidet die Informationswirtschaft weltweit unter erheblichem Fachkräftemangel, der das wirtschaftliche Wachstum zu beeinträchtigen droht. Dem inländischen Arbeitsmarkt fehlen derzeit 75.000 IT-Fachkräfte."

1998 beschäftigten die Multimedia-Agenturen etwa 30.000 Mitarbeiter - doppelt soviel wie noch 1996. Gleichzeitig hat sich die Hauptaktivität vom CD-ROM-Design auf die Gestaltung von Internet-Auftritten verlagert. Durch den wachsenden Bedarf und Umfang an Multimedia-Dienstleistungen ist es zu einem Engpaß auf dem Arbeitsmarkt gekommen. Die Anpassung der Lerninhalte in modernen Ausbildungsberufen, in der Weiterbildung und an Hochschulen erfordert genaue Kenntnisse über die gewachsenen Anforderungen an Multimedia-Fachkräfte sowie Informationen über "Multimedia-Karrieren".

"Im Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit wurden konkrete Maßnahmen zur Ausschöpfung des Beschäftigungspotentials in der Informationswirtschaft vereinbart. Insgesamt soll dadurch bis zum Jahr 2005 das Fachkräfteangebot um 250.000 Personen gesteigert werden. Damit kann der Engpaß abgebaut und ein weiteres Beschäftigungswachstum angestoßen werden", so Mosdorf.



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