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Internet-Studie: Gegen Pornographie und Rassismus

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Nach einer international angelegten Allensbach-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung lehnt jeweils die große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland, den USA und Australien rassistische Botschaften und pornographische Darstellungen im Internet für sich und erst recht für ihre Kinder ab. Sofern dies technisch möglich ist, sollten diese Inhalte vom heimischen Computer ferngehalten werden.

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79 Prozent der deutschen, 63 Prozent der amerikanischen und 60 Prozent der australischen Bevölkerung wenden sich vehement gegen rassistische Inhalte. Auch in bezug auf Pornographie ist dieser länderübergreifende Konsens gegeben.

Allerdings ist ebenso deutlich zu erkennen, daß die Schamschwellen kulturell unterschiedlich ausgeprägt sind. Während die Mehrheit der Bevölkerung in den USA Darstellungen nackter Körper vermeiden möchte, erwecken freizügige Bilder in Deutschland kaum Anstoß. Nur 13 Prozent der deutschen, aber 43 Prozent der amerikanischen Bevölkerung möchten Nacktheit im Internet generell vom eigenen Computer-Bildschirm ausblenden.

Umgekehrt scheint die deutsche Bevölkerung vor dem Hintergrund geschichtlicher Erfahrungen besonders empfindlich gegenüber politisch radikalen Inhalten und rassistischen Botschaften zu sein. So möchten laut Umfrage 58 Prozent der deutschen Bevölkerung, aber nur 26 Prozent der amerikanischen den Kontakt mit solchen Inhalten im Internet vermeiden. Auch die Darstellung von Gewalt wird in Deutschland wesentlich problematischer gesehen als in den beiden anderen Ländern. 61 Prozent der deutschen, 39 Prozent der amerikanischen und 41 Prozent der australischen Bevölkerung halten Gewaltdarstellungen für so problematisch, daß selbstverantwortliche Nutzer sie aus dem Internet herausfiltern können sollten.

Während bei bedenklichen - aber legalen - Internet-Inhalten Filtersysteme und Selbstregulierung ein angemessener Weg zur Verbesserung des Jugendschutzes sein können, lassen sich eindeutig illegale Inhalte, wie beispielsweise Kinderpornographie, nur mit Hilfe der Polizei bekämpfen: Hier fordert eine überwältigende Mehrheit denn auch die Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden; 79 Prozent der amerikanischen und 86 Prozent der deutschen Bevölkerung plädieren für eine deutliche Ausweitung polizeilicher Kontrollen und für Strafverfolgung im Internet. Dennoch sind große Zweifel vorhanden, ob mit solchen Maßnahmen dem Mißbrauch im Internet wirksam entgegengesteuert werden kann: 72 Prozent der deutschen, 71 Prozent der australischen und 63 Prozent der amerikanischen Bevölkerung vertreten die Auffassung, mit polizeilichen Kontrollen könne man das Problem nicht in den Griff bekommen.

Die Einschätzung, wer die Mißbrauchskontrolle im Internet am besten ausüben kann, zeigt auffallend unterschiedliche nationale Sichtweisen. 48 Prozent der australischen und 36 Prozent der amerikanischen Bevölkerung sehen die Internet-Nutzer als die besten Garanten einer wirksamen Mißbrauchskontrolle. Diese Einschätzung wird in Deutschland nur von einem Fünftel der Befragten geteilt. Umgekehrt setzen 28 Prozent der deutschen Bevölkerung auf Maßnahmen seitens der politisch Verantwortlichen, dagegen nur 2 Prozent der amerikanischen und 12 Prozent der australischen Bevölkerung. Bei Personen mit Zugang zum Internet, also eher erfahrenen Surfern, besteht gerade auch in Deutschland großes Vertrauen in die großen Online-Anbieter wie bespielsweise AOL oder T-Online: 53 Prozent der Nutzer meinen, daß von diesen Anbietern am ehesten eine effektive Kontrolle von Inhalten sichergestellt werden kann. Damit rangieren die Anbieter sowohl in Deutschland als auch in Australien und den USA weit vor der Justiz und der Politik.

Die relativ geringe Neigung der deutschen Bevölkerung letztlich den Nutzern die Mißbrauchskontrolle zuzuweisen, bedeutet aus Sicht der Bertelsmann Stiftung keine Ablehnung eigenverantwortlicher Konzepte. Dies ist in erster Linie auf die vergleichsweise geringen Erfahrungen im Umgang mit dem Internet und die erst beginnende Diskussion über die Gefahren des neuen Mediums zurückzuführen. Wenn die Möglichkeit angeboten wird, daß jeder Internet-Nutzer bestimmte Inhalte mittels einer Filtersoftware gezielt und von vornherein selbst ausblenden kann, ist die Resonanz in Deutschland genauso positiv wie in den USA und Australien: Rund acht von zehn Bürgern in allen drei Ländern begrüßen eine solche Möglichkeit und wollen den Schutz ihrer Kinder in die eigenen Hände nehmen.

Die Allensbach-Umfrage ist Teil eines Projektes zum Thema "Jugendschutz und Selbstregulierung im Internet", das die Bertelsmann Stiftung im Februar dieses Jahres aufgenommen hat. Ziel der Initiative ist es, ein internationales System zu schaffen, das den Jugendschutz im Netz verbessern hilft. Das Modell wurde in Zusammenarbeit mit internationalen Experten erarbeitet und basiert auf dem Prinzip der Selbstregulierung. Die wichtigsten Empfehlungen der Fachleute gehen in ein Memorandum zur Selbstregulierung im Internet ein, das die Bertelsmann Stiftung vom 10. bis 11. September auf einem Internet-Gipfel in München der Öffentlichkeit präsentieren wird.

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