Preview: Theocracy - Strategiespiel mal anders

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Der bisher noch unbekannte russische Spieleentwickler Philos Laboratories, wird voraussichtlich im Oktober 1999 Theocracy - ein Echtzeit-Strategiespiel à la Age of Empires - auf den Markt bringen, das von CDV in Deutschland vertrieben wird. Wir haben uns schon mal eine Vorabversion angesehen.

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In Theocracy kann die aztekische Geschichte erlebt und neu geschrieben werden. Dabei haben die Programmierer versucht, die spirituellen und kulturellen Eigenheiten der Azteken so umfassend wie möglich einzubringen. Das spiegelt sich in erster Linie in der Architektur und den Einheiten wieder. Es ist einleuchtend, daß damals keine Eroberungen mit einer Hand voll Bogenschützen oder Knüppelschlägern geführt wurden. So ist Theocracy in der Lage, über 40000 Einheiten; das sind ca. 1000 je Provinz, in Echtzeit zu steuern. Auch scheinbare Kleinigkeiten wie die Zeitrechnung, Glauben und Regierungsform wurden beachtet. In der präkolumbianischen Zeit herrschte in Mittel- und Südamerika vor allem die Theokratie, eine Regierungsform, in der der Klerus nicht nur die geistigen Dinge wie Glauben, Wissenschaft und Forschung bestimmt, die Kultur erhält und weiterentwickelt, sondern sich auch um die weltlichen Angelegenheiten des Volkes kümmert.


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Der Spieler beginnt als Führer eines kläglichen Haufens von Speerwerfern und Knüppelschlägern und muß als erstes den mixtekischen Gouverneur beseitigen, um dort Fuß fassen zu können. Dies geschieht noch automatisch und dient als Einführung in die Handhabung der Einheiten, aber gleich darauf müssen die Infrastruktur ausgebaut und Sklaven zum Arbeiten veranlaßt werden. Wichtig ist hier die Versorgung mit Nahrung, denn Krieger und Arbeiter haben neben Trefferpunkten und Stärke auch variable Eigenschaften wie Hunger, Moral, Ausdauer, Geschicklichkeit und Erfahrung - sie sollten also nicht unnötig vor Hunger sterben.

Für den Fortlauf des Spiels kann auf der Übersichtskarte die Zeit beschleunigt werden. Es werden alle Aktionen in Tagen gezählt, wobei der aztekische Kalender aus 18 Monaten à 20 Tagen und 5 weiteren, sogenannten schlechten Tagen, besteht. Da die Mixteken keine Revolte dulden kommt schon nach ein paar Tagen eine Kriegserklärung, auf die entsprechend reagiert wird. Aber neben dem Krieg kommen auch Diplomatie und Handel mit anderen Kulturen nicht zu kurz.


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Da in Amerika der Monotheismus noch nicht erfunden war, gab es jede Menge Götter und demzufolge auch Priester, die sich um die jeweiligen Riten kümmerten. Deswegen sind Priester auch in Theocracy sehr wichtige Einheiten, da sie mystische Monster erschaffen können, über Naturgewalten herrschen sowie Kampf- und Heilzauber anwenden können. Allerdings brauchen sie dafür Mana, das sie durch den Glauben der Untertanen oder Gefangenen erhalten. Ob mehr Priester oder Kämpfer zum Einsatz kommen, bleibt dem Spieler überlassen.

Die Gegner werden jedoch hauptsächlich durch Krieger beseitigt oder versklavt. Doch nicht nur gewöhnliche Leute bewohnen die aztekische Welt: besondere Charaktere wie die 17 Helden der Geschichte haben alle verschiedene Boni und können magische Gegenstände benutzen, die auf den Feldzügen des öfteren den Besitzer wechseln.

Die Bedienung - wie etwa der Bau von Häusern - lehnt sich nicht an schon existierende Spiele an und weil auch die Menüs auf aztekisch sind, muß man sich erst an die Steuerung gewöhnen. Ein Demo und ein Tutorial zu Beginn des Spiels sind eine gute Einführung und in der deutschen Version auch für jedermann verständlich.


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Die Grafik, insbesondere Intro und Zwischensequenzen, ist schon ganz ansehnlich. Die Einheiten sind zwar nicht sehr detailliert, man betrachtet das Geschehen dafür aus einer weiteren Entfernung und hat dadurch einen besseren Überblick. Dennoch sollten bis zum Erscheinungsdatum noch einige Sachen verbessert werden: Das Terrain wirkt noch etwas starr und flach. Zum Beispiel ist das Wasser nicht animiert und Wälder sowie Höhenunterschiede oder Felsen sehen aus wie aufgesetzt - etwas Bewegung und mehr Schatten würden da schon ausreichen. Auch Flora und Fauna könnten noch differenzierter sein wie es damals in den Wäldern Mittelamerikas sicher der Fall war. Ein weiters offensichtliches oder besser -hörbares Manko ist der Sound, denn sollte sich ein ganzes Heer in den Kampf stürzen, kommt es vor lauter Geschrei zu Knacksern und Aussetzern. Ob diese Probleme behoben werden können, werden wir spätestens Ende des Jahres sehen.

Kommentar:
Theocracy macht einen sehr vielversprechenden Eindruck. Das Spielkonzept von erobern und herrschen ist zwar nicht neu, hat es aber in dieser Mischung noch nicht gegeben und es enthält einige wichtige Veränderungen und Verbesserungen wie den nicht linearen Verlauf, so daß man nicht von einem Klone sprechen kann. Wenn die Grafik noch etwas zulegt, so daß sie sich mit anderen Spielen des Genres messen kann, ist mit Theocracy ein sehr gutes Spiel im Entstehen, auf das man sich freuen darf. Der derzeitige Name des Spiels kann sich laut CDV jedoch noch ändern.

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