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Bertelsmann - Veränderungen durch Konvergenz

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Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Thomas Middelhoff, warnte anläßlich der Eröffnung des nordrhein-westfälischen Medienforums in Köln davor, die Folgen des Zusammenwachsens von Medien und Telekommunikation zu unterschätzen.

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Die Konvergenz - also das Zusammenwachsen beider Bereiche - sei ein Trend mit gewaltigen Auswirkungen auf die Medien und die gesamte Wirtschaft. Medien- und Telekommunikation greifen immer stärker ineinander, auch Sprach- und Datendienste konvergieren. Die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Mediengattungen würden fließend.

"Die Medienunternehmer der digitalen Zeitrechnung denken immer mehr in Inhalten und immer weniger in spezifischen Medienformaten", sagte Middelhoff.

Als eine Folge der Konvergenz zwischen Medien und Telekommunikation beschrieb Middelhoff das Engagement der Telekommunikationsindustrie im Multimediasektor. Das Ziel, sich Zugang zu Breitbandnetzen zu verschaffen, habe alleine in den vergangenen Monaten vor allem in den USA zu Firmenübernahmen und Investitionen in Höhe von insgesamt knapp 200 Milliarden Mark geführt.

Middelhoff kritisierte, daß im Gegensatz zu den USA in Deutschland der freie Zugang zu den Breitbandnetzen bislang nur unzureichend gewährleistet sei. Die Telekom müsse den von ihr angekündigten Verkauf der TV-Kabelnetze und die Öffnung der ADSL-Technik für Wettbewerber vorantreiben. Dabei hat Middelhoff offensichtlich ein eigenes Engagement in Sachen Kabelnetz im Auge.

Kritik übte Middelhoff an der Medien- und Regulierungspolitik. Gegenwärtig seien die Medien- und Telekommunikationspolitik "weder inhaltlich noch institutionell miteinander verzahnt". Eher bekomme man den Eindruck einer "Atomisierung der Medien- und Telekommunikationspolitik".

Die Handhabung in Deutschland trage allem Anschein nach nicht dazu bei, die derzeitigen Fragen zu lösen. Vielmehr trage das System das Potential in sich, die Marktdurchdringung mit multimedialen Medienangeboten zu verzögern. Middelhoff forderte eine Politik, "die die Digitalisierung und die Konvergenz der Medien gezielt fördert". Ziel einer solchen Politik sei eine Kooperation zwischen Bund und Ländern und zwischen Politik und Wirtschaft. Viel stärker als bisher müsse man dabei auch auf die Selbstkontrolle der Wirtschaft und die Eigenverantwortung der Mediennutzer setzen, so Middelhoff.

Neben Regulierungen auf nationaler Ebene seien Vereinbarungen auf europäischer Ebene und Initiativen zur Selbstkontrolle auf globaler Ebene nötig, sagte Middelhoff. Mit der Gründung des Global Business Dialogue habe die weltweite Multimedia-Industrie eine wichtige Initiative zur Regelung ungeklärter Fragen für den E-Commerce gestartet. Am Global Business Dialogue sind führende Unternehmen der Konvergenzindustrie beteiligt. Middelhoff hat in diesem Jahr den Vorsitz der globalen Initiative übernommen. Die Empfehlungen der Wirtschaft sollen im Herbst in Paris Vertretern der Regierungen, staatlicher Verwaltungen und internationaler Organisationen vorgestellt werden.



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