3dfx verklagt Creative Labs wegen Unified-Treiber
Die beiden ehemaligen Verbündeten scheinen nun endgültig zu erbitterten Widersachern geworden sein – nachdem Creative Labs(öffnet im neuen Fenster) mit den Unified-Treibern seine TNT und TNT2-Grafikkarten kompatibel zur 3Dfx-Grafikschnittstelle Glide machen will, klagt 3Dfx(öffnet im neuen Fenster) nun wegen Vetragsbruch und Urheberechtsverletzung und will die Auslieferung der Treiber stoppen.
3Dfx behauptet, daß Creative mit den Unified-Treibern den Glide-Lizenzvertrag mißachtet habe. Die Glide-Lizenz untersagt Entwicklern, 3Dfx-eigenen Sourcecode auf Konkurrenzhardware einzusetzen oder darauf anzupassen. Creative sieht sich jedoch zu Unrecht beschuldigt und behauptet seinerseits, nur frei bekannte Informationen und keinen 3dfx Sourcecode bei der Entwicklung eingesetzt zu haben.
3dfx hatte in den vergangenen Monaten erfolgreich mehrere ähnliche, private Projekte gestoppt, um seine Grafikschnittstelle weiterhin – aus verständlichen Gründen – auf 3Dfx-Hardware zu beschränken. Schließlich wirbt 3dfx damit, daß die eigenen Produkte mehr Grafikschnittstellen unterstützen als die Konkurrenz. Mit Creative Labs hat 3dfx jedoch einen potenteren Gegner als bisher mit einzelnen Privatpersonen, man darf also gespannt sein, wie die Geschichte ausgeht.
Kommentar:
Glide wurde von 3Dfx entwickelt, um Entwicklern eine Schnittstelle für die schnelle und leichte Umsetzung zu bieten. Sie war lange Zeit der größte Konkurrent für Microsofts Grafikschnittstelle DirectX speziell Direct3D, die in ihren ersten Versionen recht unkomfortabel war und wenig Vorteile bot. Mittlerweile hat DirectX jedoch die Glide-Entwicklung technisch überholt und ist als Standard neben OpenGL anerkannt. Zwar kommen viele neue Spiele noch mit direkter Unterstützung für 3dfx Grafikchips, doch diese wird zunehmend unwichtiger, da 3dfx dank der Konkurrenz nicht mehr der 3D-Marktführer ist und standardisierte Grafikschnittstellen wichtiger geworden sind als proprietäre.


