Book E: PowerPC-Befehlssatz überarbeitet
IBM und Motorola haben sich scheinbar nach dem Streit um AltiVec wieder etwas zusammengerauft und mit "Book E" eine neue Version des PowerPC Prozessor-Befehlssatzes entwickelt. Auf dem Embedded Processor Forum, das kürzlich wieder stattgefunden hat, kündigte IBM an, daß kommende PowerPC Prozessoren mit Book E besser für den Embedded Markt geeignet seien, jedoch weiterhin mit 32-bit PowerPC-Applikationen kompatibel sind. Einer der wichtigsten Gründ für diesen Schritt dürfte sein, daß man Konkurrent Intel damit im Embedded Markt damit abhängen kann, der mit seinem StrongARM noch keine Marktführerschaft wie im PC-Prozessormarkt erlangen konnte.
Book E bietet neben einem vereinfachten Speichermanagement und erweiterter 64-bit Adressierung auch eine auf Real-Time-Anforderungen angepaßte Interrupt-Struktur. Darüber hinaus soll Book E es Fremdanbietern ermöglichen, die PowerPC-Prozessoren leichter auf ihre Bedürfnisse anpassen zu können und – im Gegensatz zur herkömmlichen – die neue PowerPC-Architektur lizensieren und frei verändern können.
Trotz des einfacheren Designs soll Book E mit 124 neuen Instruktionen aufwarten, 30 alte wurden entfernt. Dank der nun höheren Anzahl an Instruktionen mußten jedoch 4 Bits in erweiterten Load und Store Instruktionen abgeknapst werden, was jedoch laut IBM nur zu sehr geringen Leistungseinbußen führen soll.
Mit Book E und neuen Vereinbarungen haben sich die Partner IBM und Motorola wieder zusammengefunden, nachdem es in den letzten Monaten Streit um den Namen PowerPC und Motorolas Bestrebungen nach Lizensierung der PowerPC-Technologie an Dritte gekommen war.


