Microsoft spioniert Windows 98 Anwender aus

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Nach einem Bericht der New York Times vom Sonntag hat Microsoft in den Online-Registrierungsvorgang von Windows 98 ein Feature eingebaut, das nicht nur die vom Benutzer eingegebenen Daten an Microsoft übermittelt, sondern auf dem System des Benutzers eine eindeutige Identifizerungsnummer installiert. Der sogenannte GUID (globally unique identifier) wird aber nicht nur in der Registry des Computers gespeichert, sondern auch in auf dieser Maschine erstellten Word- und Excel-Dokumenten.

Die Nummer wird nach einem in der Softwareentwicklung seit vielen Jahren bekannten Verfahren unter anderem aus der Kennung der Ethernet-Netzwerkkarten errechnet und wurde an der Universität Cambridge entwickelt.

Microsoft bestreitet, das man die so gewonnenen Daten mißbräuchlich verwenden wollte. Die Identifizierung der Rechner sei lediglich für Supportaufgaben eingesetzt worden. Warum die personenbezogenen Daten mit dieser Seriennummer verbunden würden und die GUID zu allem Überfluß noch heimlich in Microsoft-Dokumenten eingeflochten wird, konnte Microsoft allerdings nicht erklären.

Kommentar:

Deutsche Datenschützer, die ihren amerikanischen Kollegen zumindest voraushaben, das sie auf klarer gesetzlicher Grundlage und mit staatlichen Auftrag arbeiten, haben sich schon zu Intels Serialisierung nicht geäußert. Ob sie Microsoft ebenso gewähren lassen ? Angesichts der nachgesagten Technikfeindlichkeit der Deutschen wäre ein scharfes Vorgehen unter Umständen fatal - andererseits zwingt der staatliche Auftrag, die Daten der Bürger vor Mißbrauch zu schützen, eigentlich zum Handeln.

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