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ICQ99a - der Pager fürs Internet

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ICQ 99a im anmarsch...
ICQ 99a im anmarsch...
Viele Internetnutzer verbringen eine Menge Zeit online - während sie online sind, könnten sie theoretisch alle Freunde und Bekannte, die zur gleichen Zeit online sind, erreichen, um sich mit ihnen auszutauschen. Doch leider gibt es keinen Mechanismus, der dem Kommunikationspartner mitteilt, das ein anderer online ist.

Die amerikanisch-israelische Firma Mirabilis, die mittlerweile AOL gehört, entwickelte vor zwei Jahren für das Internet das, was AOL-User unter dem Namen Buddy-Liste kennen und schätzen gelernt haben: Einen Internet-Pager. ICQ zeigt an, ob Freunde, Bekannte oder Kollegen gerade online sind. Diese müssen nur das Programm ICQ (engl. für I seek you = ich suche dich) installieren.

Mittlerweile hat ICQ knapp 30 Millionen registrierte Mitglieder und soll am Dienstag in stark erweitertem Umfang in der Version 99a erscheinen.

Wir haben uns eine Vorabversion des Produkts einmal angeschaut:

Nach der Installation des knapp 3,7 MB großen Programms, die ohne Schwierigkeiten vonstatten geht, wird ein im Hintergrund arbeitendes Programm gestartet, das wartet, bis der User eine Verbindung zum Internet herstellt. So lassen sich neben ICQ beliebige Anwendungen beim Aufbauen einer Internetverbindung starten.

Wer zum ersten Mal mit ICQ online geht, muß sich bei einem zentralen Server registrieren lassen und erhält eine individuelle Nummer, die sogenannte UIN (universal internet number), die anderen ermöglicht, den User zu kontaktieren. Dann kann man in einem Suchfenster herausfinden, ob Freunde und Bekannte auch schon ICQ installiert haben. Ist der Gesuchte gefunden, kann man ihn zu seiner Kontaktliste hinzufügen. Falls er noch nicht registriert wird, kann man ihm aus ICQ heraus per E-Mail über das Programm informieren.

Sind die entsprechenden Personen gerade online, wird deren Name in der Liste farblich markiert. Man kann dann per Mausklick mit ihnen wie im IRC (internet relay chat) chatten, Kurznachrichten aus- oder URL's miteinander tauschen. Kurznachrichten lassen sich auch dann senden, wenn der andere nicht online ist. In ICQ99a können die Texte nun in beliebigen Schriftarten und Farben verschickt werden. Der Klick auf eine URL öffnet nun den Webbrowser, wahlweise sogar in einem neuen Fenster.

Die History, die Liste mit den zuletzt an einen anderen User gesendeten Kurznachrichten, ist glücklicherweise völlig überarbeitet worden und somit deutlich schneller als in der Vorgängerversion. Das lästige Schreibmaschinengeräusch, das ICQ neuerdings beim Tippen macht, läßt sich glücklicherweise durch eine Schaltfläche ausschalten.

Im Chat können nun per Knopfdruck verschiedene emotionale Äusserungen, ähnlich den Smileys, verschickt werden, deren Inhalte sich individuell anpassen lassen. Chats können jetzt auch aufgezeichnet und wieder abgespielt werden, sogar in der Original-Tippgeschwindigkeit, inklusive aller Tippfehler. Das aus Hotels bekannte "Bitte nicht Stören"-Schild ist in virtueller Form ebenso im Programm enthalten, wie die Möglichkeit, Dateien direkt an den Gesprächspartner zu schicken.

Nicht, das damit die Möglichkeiten des Programms erschöpft wären: Es dient auch als Frontend zum Starten von Video- und Audiokonferenzsoftware oder zu Onlinespielen. Kurze Sprachnachrichten lassen sich nun auch ohne Zusatzsoftware erstellen und verschicken. Eine eingebaute und dokumentierte Programmschnittstelle ermöglicht Drittfirmen, eigene Anwendungen für ICQ99 zu schreiben. Neu ist auch die Möglichkeit, mit dem eingebauten E-Mailclient Nachrichten und Dateien zu verschicken, wenn die Zielperson aus irgend einem Grunde zwar online, aber dennoch nicht erreichbar ist.

Leider fehlt immer noch ein Whiteboard, also eine gemeinsame graphische Oberfläche, über die gemeinsam gezeichnet, geschrieben und Bilder ausgetauscht werden können. Vielleicht wird ein Drittanbieter derartiges entwickeln. Allerdings hat Mirabilis eine Schnittstelle für Suchmaschinen eingebaut. Damit lassen sich in ICQ per Eingabezeile in diversen Indices suchen. Mirabilis versucht seit einiger Zeit, eine eigene Portalseite aufzubauen, wobei naturgemäß der Communitiy-Gedanke im Mittelpunkt steht.

Selbst der unerfahrenste Anwender sollte mit dem Programm mittlerweile gut zurecht kommen - überall wimmelt es von Wizards und Hilfetexten, die man natürlich auch abschalten kann. Leider gibt es bisher nur eine englische Version, diese aber für Windows 9x, NT, MacOS, als Javaprogramm und sogar für den PalmPilot.

Das Programm und weitere Informationen zu ICQ kann man bei http://www.mirabilis.com abrufen, die neue Version soll noch in dieser Woche zum Download bereitstehen.


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