Spieletest: Dark Side of the Moon
Dieser Mond weist ein schier unerschöpfliches Reichtum an Mineralien auf und wird von der Brave Hope Corporation geleitet. Hintergrund der Reise ist der Tod des Onkels Jacob Wright. Offiziell als Selbstmord zu den Akten gelegt, findet Jake schnell heraus, daß mehr dahinter steckt. Sein Nachlaß den es nun zu verwalten gilt, beinhaltet sehr mysteriöse Dinge. Unter anderem offenbart sich die von der Brave Hope Corporation unterdrückte Spezies – die Cepheids als schwieriges Puzzlestück. Etwas merkwürdiges ist auf diesem Mond geschehen und der angebliche Selbstmord von Jacob Wright ist nur der Gipfel eines Eisberges, den es in einer interaktiven Geschichte, gepackt auf 6 CDs, zu erforschen gilt.
Gesteuert wird das ganze Spiel über eine Bildschirmansicht, die einen Videoschirm, das Inventar und den Video Digital Assistant (VDA) enthält. Sämtliche Dialoge, Bewegungen und Animationen laufen im Videoschirm ab. Der VDA beherbergt ein drahtloses Empfangsgerät für E-Mails und V-Mails (Video-Mails). In ihm enthalten sind zusätzlich ein automatischer Kartengenerator und ein Dokumentenscanner, zudem hat der Spieler zu jeder Zeit des Spiels die Möglichkeit sich schon geführte Dialoge noch einmal vor Augen zu rufen.
Die Bewegung durch die wirklich riesige vorgerenderte Welt (200 HP Server verarbeiteten die mit SoftImage erstellten Orte) erfolgt recht intuitiv. Die Vorwärtsbewegung erfolgt auf vorgerechneten Bahnen, kann aber jederzeit durch einen Mausklick unterbrochen werden, um sich an bestimmten Stellen genauer umzusehen. Dabei hat er einen 360°-Rundumblick in horizontaler Richtung. Der Blick über die vertikale Achse ist nur an bestimmten Stellen möglich.
Dieses System ist aber in der Praxis leider recht träge. So läuft man oft zu weit und die Drehungen dauern zu lange. Hier haben Spiele wie "Under A Killing Moon" schon andere Vorgaben gesetzt. Überhaupt ist die Steuerung des Spiels recht schwerfällig, auch wenn das Testsystem weit über den empfohlenen Bedingungen lag.
Die Atmosphäre des Spiels ist soundtechnisch sehr treffend umgesetzt. Wer in Besitz einer guten Soundkarte (möglichst mit Wavetable-Modul) ist, kann hier echten Klanggenuß erleben. Wo der Sound eine tolle Atmosphäre schafft, kommt leider die Grafik an einigen Stellen zu kurz. Die gerenderten Welten sind oft zu hart komprimiert und verlieren in der niedrigen Auflösung ihren Charme. Die Schauspieler teilweise recht grob eingefügt worden, was trotz der guten und authentischen Schatteneffekte störend wirkt. Nichts desto Trotz ist hier sehr viel Liebe zum Detail getätigt worden, die Grafiken schaffen eine durchgehend gute SciFi-Atmosphäre.
Etwas fragwürdig ist die Führung eines Dialoges, oft müssen erst alle Fragen bearbeitet werden, obwohl der Person schon das Wichtigste entlockt wurde. So Stumpft die Geschichte teilweise auf eine recht dumpfe Dialogabarbeitung ab.
Fazit:
Die Hintergrundgeschichte und Spielidee sind gut, nur leider verblaßten diese Faktoren bei der Umsetzung. Trotzdem ist das Spiel durch seinen Umfang sehr interessant (Der zum Test beigelegte Walkthrough beanspruchte knapp 52 Stunden). Für eine eigene Reise ohne Lösungsheft werden also einige Tage und Nächte ins Land ziehen, die man in einer hervorragenden Soundkulisse genießen kann.