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Surfen mit MobilCom, mehr schlecht als recht?

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Am 23.12. startete das Flatrate-Angebot von MobilCom. Doch schon auf der Anmeldeseite http://www.tomorrowleser.de begannen die ersten Probleme.

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Zur Anmeldung muß man sich über Call-by-Call bei MobilCom einwählen und die Passwort-Loginkombination tomorrow/surfen verwenden - so stand es zumindest im Tomorrow-Heft. Wer so versuchte, in den Genuß der 77-DM-Flatrate zu kommen, wartete - und zahlte: Pro Minute 19 Pfennig. Findige Experten bemerkten jedoch schnell, daß jegliche Eingabe beim Einloggen verwendet werden konnte - und so funktionierte auch der Seitenaufbau schneller.

Im Laufe der Anmeldung wird die Telefonnummer angezeigt - aber nur, wenn man sich über MobilCom eingewählt hatte - auch hier fanden findige User schnell heraus, daß man nur der URL-Zeile die eigene Telefonnummer anhängen mußte, um sich anzumelden. Nach erfolgreicher Anmeldung noch der Hinweis, daß das Angebot erst in 24 Stunden gelte - aber weder E-Mails noch schriftliche Anmeldebestätigungen wurden verschickt.

Heiligabend wurden Teilnehmer jeweils nach 60 Minuten aus der Leitung geworfen, freuten sich aber - datumsbedingt- über extrem hohe Geschwindigkeiten. Am 27.12 wurden dann die Probleme mit dem unfreiwilligen Gesprächsabbau gelöst. Die Teilnehmerzahlen stiegen und so kam es, daß die Durchschnittsgeschwindigkeiten leicht absanken. Schon nach den Weihnachtsfeiertagen berichteten User von vergeblichen Einwählversuchen besonders in den nördlichen Regionen Deutschlands. Mittlerweile entstanden auch allerlei Gerüchte in Newsgroups und IRC-Chats. MobilCom würde die Anmeldetricks mit der URL nicht akzeptieren, die Anmeldung habe nicht funktioniert und man müßte nun 19 Pfennig in der Minute zahlen...

Angeheizt wurden diese Gerüchte durch Falschauskünfte der MobilCom-Hotlinemitarbeiter, die nach Ansicht vieler User zum Chaos eher beitrugen als halfen, es aufzulösen. Neujahr bekamen die Kunden von Mobilcom ein besonderes Geschenk: Ihre selbstgewählten Passwörter gingen nicht mehr.

Nach einiger Zeit und vielen Besetztzeichen später war dieses Problem gelöst. Doch das netzweite Aufatmen hielt sich in Grenzen. Denn nachdem Serverausfälle in Hamburg und Hannover die MobilCom-Technik dazu zwang, ganz Norddeutschland via Berlin zu routen, rutschten die Übertragungsgeschwindigkeiten gnadenlos in den Keller. In den ersten Januartagen ging es dann teilweise wieder bergauf - ein Effekt, der unter Umständen auch darauf zurückzuführen war, daß nur wenige Teilnehmer online gehen konnten.

Am 7.1. kam es jedoch kurz nach dem allabendlichen Startschuß um 19.00 Uhr zum bislang größten Desaster in der noch kurzen Flatrate-Geschichte. Außer Frankfurt und Köln ging bundesweit bei MobilCom gar nichts mehr. Zwar nahmen die MobilCom-Modemserver weiterhin Gespräche an - doch ins Internet kam außer den glücklichen Frankfurtern und Kölnern niemand mehr.

Und auch von einem potentiellen Sicherheitsrisiko gilt es zu berichten:
Da MobilCom grundsätzlich jede Seite zwischenspeichert, bekommt der Surfer, der danach auf die Seite zugreift, unter Umständen auch passwortgeschützte Seiten zu sehen, ohne ein Passwort eingeben zu müssen.

Kommentar:
Viele Surfer werden sich gesagt haben: 77 DM - da mach ich mit. Doch mittlerweile fragen sich eben diese "early birds", ob sie nicht unfreiwillig Versuchskaninchen oder Betatester geworden sind. Sicherlich wurde von MobilCom der Andrang unterschätzt - doch eine bessere Informationspolitik, eine Hotline, die auch wirklich hilft wenn's brennt und eine Website, die über Anmeldestatus, Netzwerkstörungen und andere Probleme informiert, würden sicherlich helfen, Frustration, Ärger und Wut auf beiden Seiten zu verhindern.

Gute Informationen zu Mobilcoms 77-DM-Angebot und Kontakt zu anderen Freenet-Surfern gibt es unter http://www.flatrate.de .

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