Im Test: Diamonds tragbarer Rio MP3-Player
Für unterwegs gibt es seit kurzer Zeit einen mobilen Player von Diamond Multimedia(öffnet im neuen Fenster) . Golem Network News hat den Rio PMP300 Player(öffnet im neuen Fenster) einem kritischen Test unterzogen.
Das Gerät ist ausgestattet mit 32MB wiederbeschreibbaren FlashRam, das je nach Kompressionsstufe zwischen 2 Stunden und 30 Minuten bei CD-Qualität (128 kbps) fassen kann. Zusätzlich gibt es 16 MB Erweiterungskarten, die die Spielzeit verlängern.
Im Lieferumfang enthalten sind neben der Rio-Player Software zur Datenübertragung zwischen PC und Rio eine CD mit MP3 Songs und ein Kopfhörer und eine AA 1,5 V Batterie, die ungefähr 12 Stunden lang hält.
Obwohl das Gerät an einen Mini-Walkman bzw. Minidisc-Player erinnert, hat es Vorteile, die andere tragbare Geräte nicht haben: mangels mechanischer Teile ist es vollkommen störungsfrei gegenüber Erschütterungen, hat eine sehr lange Spielzeit und erlaubt extrem schnelles Vor- und Zurückspulen.
Unglücklicherweise kann das Gerät nicht an die heimische Stereoanlage angeschlossen werden: der Line-Out Ausgang fehlt – allerdings kann man mit entsprechenden Kabeln den Rio auch über den Kopfhörerausgang mit der Anlage verbinden.
Zum Aufspielen der MP3-Songs wird das Gerät mit dem Parallelport des Rechners verbunden. Der Drucker kann angeschlossen bleiben – sollte aber wegen öfter auftretender Störungen beim Übertragen ausgeschaltet werden. Die Software erlaubt die Zusammenstellung einer Playlist von auf der Festplatte gespeicherten MP3's. Der Rio-Player könnte prinzipiell auch andere Daten aufnehmen – aber leider unterstützt die Software dies nicht.
Zudem kann in der Software die Abspiel-Reihenfolge der Songs spezifiziert werden. Bei unserem Test wurde leider auch die Löschfunktion mehrmals unfreiwillig benötigt: Der Player meldete mehrmals fehlerhaft übertragene Daten – trotz ausgeschaltetem Drucker.
Die Übertragungsgeschwindigkeit zwischen PC und Rio ist relativ flott. Man benötigt nicht mehr als 4 Minuten, um den Player bis zum Rand zu füllen.
Der Player hat neben den von CD-Spielern bekannten Knöpfen Play, Vor- und Zurückspulen innerhalb von Songs und der Playliste, Anspiel- und Wiederholungsfunktion auch einen Pauseknopf und eine Knopf-Sperrfunktion, die beim mobilen Einsatz sehr sinnvoll ist. Die Selbstabschaltefunktion spart wertvolle Batteriekapazität.
Im LCD Display werden neben der Batterieanzeige auch Informationen über den Speicherfüllstand, die Tracknummer und die Samplingrate eingeblendet. Zudem stehen vier Klangfarben zur Verfügung: Normal, Klassik, Jazz und Rock, deren Einstellungen sich leider nicht verändern lassen. Bässe, Höhen und andere Einstellungen sucht man vergeblich. Dem Display fehlt zudem eine Beleuchtung.
Obwohl der Rio Player grundsätzlich erschütterungsunabhängig ist, hat er die Krankheit fast aller Walkmen geerbt: Der Batteriedeckel hält beim Joggen gelegentlich der dahinterliegenden Batteriemasse nicht stand und löst sich, wobei der Stromspender schnell hinterherfällt.
Musikliebhaber werden zudem die mitgelieferten Kopfhörer gegen höherwertige austauschen wollen.
Fazit:
Der Rioplayer ist das erste Gerät seiner Art, das in Europa erhältlich ist. Es ist praktisch voll ausgereift, obwohl man sich einige Verbesserungen wünschen könnte. Ganz oben auf der Liste steht dabei ein Display, das auch Interpret- und Albuminformationen anzeigt und beleuchtet ist, gefolgt von einem Line-Out Ausgang. Eine längere Spielzeit kann man sich durch die Speicherkarten erkaufen – leider sind diese in Europa praktisch nicht erhältlich – in den USA kosten sie ca. 50 US-Dollar und sind damit recht teuer.
Wer einen zuverlässigen Walkman sucht, der beim Joggen nicht aussetzt und direkt aus dem Internet mit Songs gefüllt werden kann, ist mit dem Diamond Rio Player bestens bedient.
Allen anderen legen wir eher einen MiniDisc-Player nahe, auch diese Geräte sind gegen Erschütterungen weitestgehend unempfindlich und das Preis-/Leistungsverhältnis ist – zumindest im Moment – wesentlich besser.
Erhältlich bei Vobis für DM 399.