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Premiere: Web wird im Arbeitskampf eingesetzt

/ Andreas Donath
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Der tarifliche Arbeitskampf wird jetzt erstmals in Deutschland im Internet ausgetragen.

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Unter dem Motto: "Hände weg von unseren Mäusen" versuchen die Beschäftigten der GMD(öffnet im neuen Fenster) , einer Großforschungseinrichtung für Informationstechnik des Bundes mit Beteiligung einiger Bundesländer, mit einer ungewöhnlichen Aktion(öffnet im neuen Fenster) auf die Unterschiede in der West- und Ost-Tarifierung hinzuweisen. Um das Ausmaß der "Ost-Absenkung" zu verdeutlichen, haben sie 13,5 % der Inhalte der Webseiten unleserlich gemacht.

Der Hintergrund:

Das zur GMD gehörende Institut FIRST für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik wurde 1992 von Berlin Charlottenburg im Tarifgebiet West nach Berlin Adlershof in das Tarifgebiet Ost verlegt.

Nach der deutschen Wiedervereinigung und der Währungsunion wurden für das ehemalige DDR-Gebiet eigene Tarifverträge mit deutlich niedrigeren Vergütungen vereinbart, die schrittweise an das West-Niveau angepaßt werden sollten. Bei der GMD wurde die Absenkung nicht rechtskräftig vereinbart, so daß die Geschäftsführung dazu verurteilt wurde, auch dem Institut FIRST in Ost-Berlin die West-Vergütung zu zahlen.

Die GMD kündigte daraufhin den Haus-Tarifvertrag zum 1.10.98 mit dem Ziel, bei FIRST die Ost-Vergütungen einzufuehren, die bei 86,5% der Westtarife liegen.

Eines haben die Cyber-Streikenden jetzt schon erreicht: ein internationales Medienecho.


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