Im Test: Wicked3D Voodoo2 mit 3D-Brille
Installation:
Um die 3D-Brille mit einem Wicked3D Voodoo2-Beschleuniger oder der Vengeance Banshee-Grafikkarte in Betrieb nehmen zu können, wird der Infrarotsender mit einem speziellen Adapter zwischen Grafikkarte und Monitor gesteckt und besitzt ein eigenes Netzteil. Die kabellose 3D-Brille enthält zwei Knopfzellen, eine Abschaltautomatik sorgt dafür, daß sie nur mit Strom versorgt wird, wenn die Bügel auseinander gedrückt werden. Brillenträger wird es freuen, daß die 3D-Brille ohne Probleme über einer vorhandenen Sehhilfe getragen werden kann.
Anschließend muß im Grafikkartentreiber die Stereo-Option aktiviert werden, bei Glide-Spielen muß zusätzlich der Glide-Mantel aktiviert werden, der den Standard-Glide-Treiber ersetzt. Leider existiert noch kein Treiber für Glide 3.0, doch das dürfte sich bald ändern. Im WickedVision Menü der Windows-Treibereinstellungen können die Bildwiederholfrequenzen für die verschiedenen Auflösungen eingestellt sowie die räumliche Darstellung optimiert und an den Monitor angepaßt werden. Zu bemerken ist hier die Möglichkeit, auch nicht-standard Auflösungen (z.B. 1024 x 1024 im SLI-Modus mit zwei Voodoo2's), die einem durch Metabytes Re2Flex Technologie geboten werden, benutzen zu können.
Eine Erklärung der Funktionsweise von LCD Shutter Brillen finden sie hier (unsere Meldung vom 8. Juli).
Die dritte Dimension:
Sind alle Einstellungen vorgenommen, kann es auch schon losgehen. Mit den bekannten 3D-Shootern von id-Software oder beispielsweise Unreal von GT Interactive war der räumliche Effekt am eindrucksvollsten zu spüren. Zwar ließen sich in Unreal die kleinen Textnachrichten nicht mehr lesen, über die man im Laufe des Spiels stolpert, doch das ist leicht zu verschmerzen. Dank der ungemein plastisch wirkenden 3D-Umgebung fühlte man sich noch mehr in das Spiel einbezogen als sonst, in 3D-Spielen beliebte Lichteffekte entfalteten erst richtig ihre Wirkung. So wird man durch Lampen regelrecht geblendet, als ob sie einem wirklich direkt ins Gesicht leuchten.
Besonders vorteilhaft machte sich in den 3D-Shootern die räumliche Wahrnehmung beim Zielen und Manövrieren bemerkbar. Dabei ist ein "Laserpointer" besonders hilfreich, den Metabyte geschickt per Treiber einblendet um die Orientierung zu erleichtern und den Augen einen Anhaltspunkt zu bieten, auf das es sich von Zeit zu Zeit konzentrieren kann. Dafür ist es jedoch ratsam, das nun störende, spielübliche normale 2D-Zielkreuz zu deaktivieren.
Wir haben die Brille mit den meisten 3D-Shootern zum Laufen gebracht, nur die sonst von uns benutzen Benchmarkprogramme wie Final Reality wollten mit aktivierter Stereo-Option nicht starten, stürzten ab oder irgnorierten die Stereo-Einstellung. Mit bloßen Auge fiel uns jedoch kein Geschwindigkeitsverlust bei aktivierter Stereovision auf, so daß wir hier auf Benchmarks verzichten konnten. Wer nicht nur an 3D-Shootern interessiert ist, findet übrigens auf der Wicked Homepage eine ständig wachsende Liste(öffnet im neuen Fenster) von unterstützten Spielen.
Fazit:
Die getestete Wicked3D Voodoo2-Karte hinterließ bei uns, dank den einzigartigen und wirklich genialen Treibererweiterungen wie z.B. Re2Flex und dem stabilen, absturzfreien Betrieb, einen sehr guten Eindruck und darf fortan als unser neues Voodoo2-Referenzmodell gelten. Dank der neuesten Treiberversion kann die Wicked3D übrigens mit nahezu jeder anderen 12 MB Voodoo2-Karte eines Fremdherstellers im SLI-Modus eingesetzt werden und die Karte zum Erweitern des Systems ideal macht.
Während uns die Wicked3D schon sehr gut gefallen hat, hat uns die Kombination mit der sehr guten Wicked3D Vision Eyewear Brille buchstäblich den Atem verschlagen. Wir können die Kombination zumindest allen ans Herz legen, die Fans von 3D-Shootern sind und Wert auf ein möglichst realistische, plastische Darstellung legen. Einzig die Ergonomie in Sachen Bildwiederholfrequenz läßt noch etwas zu wünschen übrig, vor allem bei günstigeren Monitoren macht sich das bemerkbar. Was einem die räumliche Tiefe an zusätzlichem Spielgefühl vermittelt, läßt sich nur schwer im Text vermitteln. Man muß es einfach einmal gesehen haben.