Verhandlungstermin: Spieler gegen Ultima Online
Die Anwälte der Firmen haben diese Woche vergeblich versucht, das Verfahren an ein "Gericht für kleine Schadensersätze" abzuwälzen, das die Schadensersatzsumme auf 5.000 US-Dollar begrenzen würde. Eine weitere Chance haben die Anwälte jedoch bis das Verfahrens im nächsten Jahr startet, die sie bestimmt auch nutzen werden.
Die Kläger wollen die Anklageschrift um ein weiteres Detail ergänzen: Origin will für das demnächst erscheinende Update The Second Age knapp 7 US-Dollar verlangen – laut den Werbevesrechen der Firma sollten aber alle Updates kostenlos sein. Schließlich zahlen die Teilnehmer schon 10 US-Dollar im Monat für das Spiel.
Dieser Fall ist ein bisher einzigartiges Aufbegehen von enttäuschten Kunden in der Geschichte der Computerspiele-Branche. Man darf gespannt sein, was sich daraus ergibt. Ultima Online hat dank des recht unausgeglichenen Spielsystems einen Ruf als Diabolo-Verschnitt erhalten. Anstatt Rollenspiel und kooperativem Handeln von Spielern zu ordentlich zu fördern und damit für Spielspaß zu sorgen, bietet Ultima Online zahlreiche Schlupflöcher und ungenügende "Strafen" für "böse" Spieler, die Neulinge dahinmetzeln und brave Bürger belästigen. Wehrt man sich hingegen, bleibt einem nichts anderes übrig als den Angreifer zu töten – und prompt ist man selber der Böse, denn ein einfaches Verjagen oder des Gegners ist nicht vorgesehen.
Kein Wunder, daß Spieler da sturmlaufen. Ultima Online hat jedoch auch viele gute Seiten, nur hat Origin für die Verbesserung des Spielsystems zu lange gebraucht. Der kommenden Konkurrenz wie z.B. EverQuest kann das nur zugute kommen...



