Millionenbetrug mit illegaler Software aufgedeckt

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300.000 CDs, 400.000 Handbücher, Registrierkarten, Diskettenlabels und Echtheitszertifikate, ein Schaden von über 100 Millionen Mark, eine Festnahme und zahlreiche Hausdurchsuchungen sind das Ergebnis der Arbeit des deutschen Zollfahndungsamtes und der Microsoft GmbH in der letzten Woche.
Am 31. Juli wurden mehrere Paletten mit Raubkopien an der holländischen Grenze sichergestellt. Gleichzeitig entdeckte man tausende Raubkopien von Microsoft Produkten in verschiedenen Lagern. Es handelt sich überwiegend um Microsoft Office Professional und Standard, Windows 95 OEM, Windows NT Workstation OEM und Windows NT Server.
Der mutmaßliche Drahtzieher des Fälscherrings, der 38jährige S., wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. "Die Dimension dieses Falles zeigt überdeutlich, wie groß der Schaden tatsächlich ist, der der Softwareindustrie aufgrund der Mißachtung des Urheberrechtes entsteht", erklärt Rudolf Gallist, Geschäftsführer der Microsoft GmbH.
Seit etwa 18 Monaten ist der verhaftete S. im Visier der Ermittler. Es wurde vermutet, daß S. mehrere Produktionsstätten für gefälschte Software in England betreibt. Von dort kam auch die Lieferung heißer Ware, die letztlich zur Verhaftung des Software-Fälschers führte. Eine Spedition sollte 36 Paletten mit Software - die angeblich im Auftrag der deutschen Microsoft GmbH produziert wurde - nach Deutschland bringen. Davon wurde das Zollfahndungsamt von Microsoft verständigt. Daraufhin wurden die betreffenden Grenzübergänge überwacht. Der Zoll konnte den LKW der Spedition dort aufhalten und die Ladung sicherstellen: Darunter rund 75.000 CDs Windows NT Server, Windows 95 OEM und Windows NT Workstation OEM, 55.000 Handbücher, Registrierkarten und verschiedene Labels.
Parallel zu dem Aufgriff an der Grenze durchsuchte der Zoll den Zielort der Lieferung - eine Spedition in der Nähe von Aachen. Dort wurden drei von dem Verhafteten angemietete Container beschlagnahmt, die weitere 25.000 CDs und 125.000 Disketten enthielten. Der mutmaßliche Drahtzieher dieser Schiebereien wurde vor Ort vom Zoll festgenommen. Der Verdächtige hatte Papiere bei sich, die auf ein zweites Lager hinwiesen. In diesem Lager fand der Zoll knapp 200.000 CDs verschiedener Microsoft Programme, zahlreiche Handbücher, Disketten, usw. Auch bei diesen Produkten handelt es sich durchweg um Fälschungen.
Zur Zeit werden Folgeuntersuchungen bei beteiligten Unternehmen und Mitarbeitern von S. durchgeführt. "Fest steht, daß mit der erfolgten Festnahme der Staatsanwaltschaft und dem Zoll ein großer Fisch ins Netz gegangen ist. Und damit ist ein wertvoller Beitrag gegen Software-Piraterie geleistet worden. Betroffen sind schließlich nicht nur einzelne Softwarehersteller, sondern über Steuerausfälle und Arbeitsplatzeinbußen letztlich auch die ganze Volkswirtschaft.", sagte Gallist.

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