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Banshee - Miros Todesfee im Preview

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Miro hat uns vor kurzem in unseren Redaktionsräumen besucht und einen Prototypen der Miro Hiscore Pro AGP Grafikkarte mit 3Dfx Banshee Grafikchip mitgebracht. Wir hatten die Gelegenheit, ein paar Benchmarks auf einem unserer Testsysteme (PII 300, 64 MByte SDRAM, Windows 95) laufen zu lassen und haben der Banshee-Karte, die übrigens im Gegensatz zum fertigen Produkt "nur" mit 8 anstatt 16 MByte ausgestattet war, etwas auf den Zahn gefühlt.

Der schon im Vorfeld hochgelobten 2D-Leistung des Banshee Chips konnten wir leider nur ansatzweise auf den Zahn fühlen. Unter Final Reality lag sie in den 2D-Tests mit den Alpha-Treibern zumindest gleichauf mit Millennium und Riva128. Die Videowiedergabe machte vereinzelt noch Probleme, schuld daran waren die noch unfertigen Treiber.

Die 3D-Leistung der Karte war unter den bekannten Direct3D 5.0 Benchmarks, wie z.B. Final Reality und der X-Demo (Egosoft), mit der einer Voodoo2-Karte nahezu identisch. Nur unter Quake2 und Spielen mit Multitexturing, wie zum Beispiel Unreal, konnte die Karte nicht mit der Voodoo2 mithalten, da ihr die zweite Textureinheit der Voodoo2 fehlt.

Final Reality Benchmark (3D-Tests):

  • Miro HISCORE Pro AGP (Prototyp):
    3,70 3D Reality Marks
  • Metabyte Wicked 3D (Voodoo2):
    3,69 3D Reality Marks

Bei den Bustransfer-Tests lag Banshee mit ca. 133 MByte/Sekunde fast 100 MByte über Voodoo2, bedingt durch den schnelleren AGP-Bus. Bei größeren Texturen dürfte sie der Voodoo2 gegenüber klar im Vorteil sein.

Beim Quake2-Benchmark zeigt sich hingegen, daß Voodoo2 in dieser Disziplin eindeutig die Nase vorn hat. Während hier der Banshee Prototyp bei einer Auflösung von 640 x 480 Punkten bei etwas über 40 fps liegt, schafft es Voodoo2 auf fast 60 fps. Bei 800 x 600 Punkten liegt sie noch weiter vorne: Mit ca. 30 fps liegt Banshee knapp 20 fps hinter der Voodoo2. Bei Unreal dürfte der Unterschied noch stärker zum Tragen kommen, da hier dank Multitexturing die Voodoo2 mit ihrer zweiten Textureinheit stark im Vorteil ist.

Nun darf man bei all den Benchmarks und Zahlen nicht vergessen, daß es sich noch um einen Prototyp handelt, sowohl die Grafikkarte als auch der Banshee-Grafikchip sind noch im Alpha- oder Betastadium. Die Ergebnisse, auch wenn sie schon einen ersten Eindruck liefern, sollten also nicht allzu ernst genommen werden.

Viel interessanter wird für viele die Kompatibilität zu Voodoo1 und Voodoo2 sein. Wir haben uns also einige Voodoo-Demos ausgewählt und waren wirklich angenehm überrascht: Einige der Demos liefen sogar im Fenster und das ohne das geringste Problem. Wer also ein Debakel wie bei den Voodoo Rush Karten befürchtet, der kann aufatmen. 3Dfx scheint seine Lektion gelernt zu haben, sogar die von uns ausgewählten Voodoo1 Demos machten keinerlei Probleme, solange sie neuere GLIDE-Versionen unterstützen. Die Bildqualität ist übrigens identisch mit der von Voodoo2, leicht überfiltert aber von guter Qualität.

Mit 16 MByte und einem TV-Ausgang dürfte die Miro HISCORE Pro AGP zu den Rennern der Saison gehören. Dank der Unterstützung der drei wichtigsten Grafikschnittstellen GLIDE (Voodoo), OpenGL und DirectX, dürfte es kaum eine Software geben, die nicht auf ihr läuft. Auf das fertige Produkt im September/Oktober darf man also gespannt sein. Dann wird sich auch zeigen, ob der Banshee-Chip, benannt nach der Todesfee aus der irischen Sagenwelt, der aufstrebenden Konkurrenz das Licht ausblasen kann...


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