Laufen der Industrie die Computerprofis davon?

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Unternehmen werden in Zukunft immer mehr Schwierigkeiten haben, DV-Spezialisten in ihren Betrieb zu halten oder offene IT-Stellen zu besetzen. Viele IT-Profis wandern zu Anbieter- oder Hersteller-Unternehmen ab oder wählen den Weg in die Freiberuflichkeit. Wie die Fachzeitschrift Computerwoche in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, werden immer mehr Informatiker, die bisher bei Großunternehmen arbeiteten, trotz guter Verdienstmöglichkeiten direkt abgeworben.

Bernhard Busley, Personalchef beim IT-Dienstleister Brainforce in München, berichtet von einer Gehaltsexplosion: "IT-Leute wechseln oft mit Jahresgehältern von 120.000 bis 140.000 Mark und mehr. Dann legen wir nochmals mindestens 20 Prozent drauf. Darunter geht nichts", versichert Busley.

Auch die Stundenlöhne der DV-Freiberufler steigen. So sind heute Stundensätze von 160 Mark für einen freiberuflich tätigen Programmierer keine Seltenheit mehr. "Der IT-Markt hat sich ganz abgekoppelt vom normalen Jobmarkt", resümiert Busley. Das belegt auch eine Studie des EMC Medienservice, Hamburg: Danach stieg die Zahl der IT-Stellenangebote im ersten Halbjahr 1998 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um über 60 Prozent.

Besonders begehrt sind Systemprogrammierer und Anwendungsentwickler: Von Januar bis Mai 1998 zählte EMC in 40 Tageszeitungen 16.000 Jobangebote in der Anwendungsentwicklung, während es im Vorjahr erst knapp 10.000 waren. Rund 6.100 Anzeigen richteten sich an Systemprogrammierer gegenüber 3.600 im Vorjahreszeitraum.

Nach Ansicht von Karl Trageiser, Arbeitsmarktexperte von Gulp, der größten deutschen Freiberufler-Datenbank, hat die Zahl der Freiberufler, die von Anwenderunternehmen kommen, stark zugenommen: "Als Konsequenz dieser Entwicklung werden Anwenderunternehmen gezwungen sein, sich stärker als bisher um die Ausbildung von jungen Mitarbeitern zu kümmern, Traineeprogramme anzubieten und junge Menschen in den neuen Informations- und Kommunikationsberufen wie dem Informatikkaufmann auszubilden." Denn eins sei klar: "Die wenigen Informatiker werden für die Anwenderunternehmen nicht mehr zu haben sein", so Trageiser.

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