PSINet reagiert auf Somm-Urteil
Als Reaktion auf das umstrittene Somm-Urteil will der Internet-Service-Provider PSI-Net in den nächsten drei Monaten seine Proxy- und Web-Server nach London bzw. Amsterdam verlegen. Die rechtliche Wirksamkeit der Aktion wird von Rechtsexperten jedoch bezweifelt. So hatte auch Compuserve Deutschland, dessen Ex-Chef Felix Somm zu einer Geldstrafe von 100.000,- DM sowie einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden, in Deutschland lediglich Einwahlpunkte angeboten, während die Server teilweise in den USA standen. PSI Net kann die Einwählpunkte nicht ins Ausland verlegen, da sonst die Deutschen Kunden teure Auslandsgespräche führen müßten, um ins Internet zu gelangen.
Somm hatte nach Ansicht von Richter Wilhelm Hubbert die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet gefördert, da er nicht dafür gesorgt hatte, den Newsserver von Compuserve auf Kinderpornos zu checken bzw. überprüfen zu lassen.
Das Urteil war auf herbe Kritik gestoßen, da, nach Meinung von Experten, kein ISP in der Lage ist, solche Inhalte gezielt zu kontrollieren. Dieser Meinung schloß sich auch die Staatsanwaltschaft an und plädierte auf Freispruch.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed





