Verbraucherschützer fordern mehr Online-Sicherheit
Seit es zwei Kölner Realschülern gelungen ist, gravierende Sicherheitslücken beim größten deutschen Online-Dienst T-Online aufzudecken und bekannt wurde, daß auch bei AOL und CompuServe Schlupflöcher existieren, herrscht nicht nur bei den Online-Diensten Alarmstimmung. Auch Verbraucherschützer sorgen sich um die Sicherheit der Online-Nutzer.
So forderte die Bonner Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) vom Bundestag bereits eine gesetzliche Regelung, durch die das Sicherheitsrisiko in Zukunft von den Anbietern getragen werden müsse, da die Anwender keinen Einfluß auf die bereitgestellte Software hätten und somit mögliche Gefahren in der Regel nicht erkennen könnten.
Zu wenig Verbraucherschutz gewährt die geltende Rechtslage auch nach Ansicht des Bundestagsabgeordneten Manuel Kiper (Bündnis 90/Die Grünen). Kiper: "Der Kunde muß bezahlen, wenn schlecht oder gar nicht verschlüsselte Paßwörter in anderer Leute Hände fallen." Kiper fordert daher gesetzliche Nachbesserungen: Wer unsichere Software in Verkehr bringe und deren Nutzung für das eigene Angebot erzwinge, der habe auch für die Schäden zu haften. Die SPD und die Regierungsparteien sträuben sich bislang gegen eine Änderung der gesetzlichen Regelung. So hält beispielsweise FDP-Multimedia-Experte Max Stadler eine Beweislastumkehr für "nicht erforderlich".
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