Léo Apotheker: Gericht lehnt Täuschungsvorwurf von Oracle gegen HP ab

In einem Gerichtsverfahren hat ein US-Richter HP des Vorwurfs der Trickserei bei der Einigung zum Wechsel von CEO Hurd freigesprochen. Oracle hatte HP vorgeworfen, die Ernennung von Léo Apotheker geheimgehalten zu haben.

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Laut Gericht hat HP bei der Einigung mit Oracle mit der Einstellung von Léo Apotheker nicht getrickst.
Laut Gericht hat HP bei der Einigung mit Oracle mit der Einstellung von Léo Apotheker nicht getrickst. (Bild: Ralph Orlowski/Getty Images)

Im Streit zwischen Oracle und HP geht es vornehmlich um Oracles Ankündigung, keine Software mehr für die Itanium-Plattform zu entwickeln, die HP in seinem Servern einsetzt. In dem Verfahren hatte Oracle jedoch HP zusätzlich vorgeworfen, bei der Einigung über den Wechsel von HP-Chef Mark Hurd zu Oracle getrickst zu haben. HP hätte verschwiegen, dass es Léo Apotheker als Ersatz für Hurd ausgewählt hatte und somit die Verhandlungen bei der Einigung über den Wechsel einseitig beeinflusst.

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HP hatte wenige Stunden, nachdem bekannt wurde, dass Hurd zu Oracle wechseln würde, Klage gegen seinen ehemaligen CEO eingereicht. Der Computerhersteller hatte befürchtet, Hurd könnte Geschäftsgeheimnisse an Oracle weitergeben. Hurd war nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung und gefälschten Spesenabrechnungen als CEO von HP zurückgetreten. Nach einem Schlagabtausch einigten sich die beiden Konzerne jedoch wieder und betonten ihre gemeinsamen Interessen. Kurz darauf wurde bekannt, dass Léo Apotheker die Führung bei HP übernommen hatte.

Apotheker bei Oracle unerwünscht

Für Oracle galt Léo Apotheker als unerwünschte Person. Er hatte im SAP-Vorstand gesessen, als Oracle der SAP-Tochter Tomorrownow Industriespionage und Urheberrechtsverletzungen vorwarf. SAP übernahm Tomorrownow im Jahr 2005 für zehn Millionen US-Dollar. Das Unternehmen war Spezialist für Wartungs- und Supportdienstleistungen für Peoplesoft- und JDE-Produkte Oracles. Tomorrownow-Beschäftigte sollen Zugangsdaten von Oracle-Kunden genutzt haben, um tausende Softwareprodukte und andere vertrauliche Dokumente von Oracles Servern herunterzuladen. Das Verfahren endete mit einem Vergleich.

Den jetzt abgelehnten Täuschungsvorwurf hatte Oracle im laufenden Gerichtsverfahren zwischen den beiden Kontrahenten eingebracht. Dort klagt HP, dass Oracle durch seinen Verzicht auf die Unterstützung von Intels Itanium-Prozessoren, seinen eigenen Produkte einen Marktvorteil verschaffen will und gegen gültige Verträge verstoße. Oracle wirft HP hingegen vor, die Itanium-Reihe in Absprache mit Intel fortzuführen, dies aber der Öffentlichkeit verschwiegen hätte.

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US-Medien zufolge wolle Oracle Teile von HP übernehmen. Oracle würde Hewlett-Packards Geschäft mit Servern, Speicher und Netzwerkausrüstung kaufen, wenn der Konzernbereich einzeln erworben werden könnte.

Der zuständige Richter James Kleinberg lehnte überdies auch einen Antrag beider Parteien ab, die Gerichtsunterlagen unter Verschluss zu halten. Beide befürchten, dass die Veröffentlichung Firmengeheimnisse verraten und ihren Kunde schaden würde.

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