Hotline-Abzocke: Warteschleifen kosten Kunden 150 Millionen Euro
Für telefonische Warteschleifen haben Kunden im vergangenen Jahr knapp 150 Millionen Euro ausgeben müssen. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn(öffnet im neuen Fenster), die ihre Berechnungen auf Branchenzahlen stützt.
Bei 0900-Nummern waren Menschen demnach rund 48 Millionen Minuten in der Warteschleife. Bei durchschnittlichen Kosten von 1,20 Euro pro Minute ergibt sich daraus eine Gesamtsumme auf 58 Millionen Euro. Bei 0180-Nummern warteten die Nutzer 616 Millionen Minuten, was bei durchschnittlichen Minutenkosten von 14 Cent 86 Millionen Euro für die Betreiber einbrachte.
Höhn sagte der Zeitung, die Abzocke gehe unvermindert weiter. Die Bundesregierung gehe nicht "konsequent dagegen vor". Bundestag und Bundesrat haben noch keine Einigung über die Reform des Telekommunikationsgesetzes erzielt. Darin ist vorgesehen, dass Warteschleifen ab 2013 kostenfrei werden, wie der Bundestag beschlossen hat. Der Bundestag legte darin fest, dass von der Gesetzesänderung sowohl erste als auch weiterleitende Warteschleifen für Festnetz- und Mobilfunk erfasst sind. Zudem gibt es künftig eine Ansagepflicht über die voraussichtliche Wartezeit. Für die praktische Umsetzung haben die Anbieter aber zwölf Monate Zeit.
Am 8. Februar 2012 trifft sich erneut der Vermittlungsausschuss. Höhn kritisierte, dass es bei der geplanten Neuregelung "ein riesiges Schlupfloch gibt, weil Bandansagen und Menüauswahl nicht unter die Kostenfreiheit fallen". Dringend nötig sei ein Gesetz, nach dem Verbraucher erst dann zahlen müssen, wenn sie tatsächlich einen Berater am anderen Ende der Leitung haben.
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