Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Thilo Weichert: Facebooks Timeline-Einführung ist "ultradreist"

Timeline wird bei Facebook für alle verpflichtend eingeführt. Laut Thilo Weichert widerspricht dies den Zusicherungen des Betreibers in Europa, bei Veränderung der Profileinstellungen die Einwilligung des Nutzers einzuholen.
/ Achim Sawall
87 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Facebook-Timeline löst bald die alte Wall vollständig ab. (Bild: Facebook)
Die Facebook-Timeline löst bald die alte Wall vollständig ab. Bild: Facebook

Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, hat die Ankündigung von Facebook kritisiert, Timeline für alle Nutzer verpflichtend einzuführen. Er sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) : "Das Verhalten von Facebook ist ultradreist. Es steht in absolutem Widerspruch zu den Zusicherungen, die der Konzern dem irischen Datenschutz gegenüber gemacht hat. Diese lauteten nämlich, dass bei einer Veränderung der Profileinstellungen die Einwilligung des Nutzers eingeholt wird. Jetzt wird die Timeline allen Facebook-Nutzern aufgezwungen."

Facebook Timeline von Andy Sparks
Facebook Timeline von Andy Sparks (01:30)

Das Facebook-Profil wird mit Timeline zur persönlichen Zeitleiste. Das Lebenslauf-Layout werde in den nächsten Wochen weltweit für alle Nutzer aktiviert, kündigte Facebook in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) an. Timeline als Standarddarstellung lässt sich nicht mehr deaktivieren und ersetzt die alte Facebook-Wall. Sieben Tage bleiben den Nutzern, um ihre Inhalte der Timeline in einer Voransicht zu überprüfen, hervorzuheben, zu verstecken oder neue hinzuzufügen.

Zum Abschluss der Zukunftskonferenz DLD (Digital Life Design) in München hatte Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer von Facebook, eine Studie präsentiert, die den wirtschaftlichen Einfluss des Unternehmens in Europa betonen sollte. Die von Deloitte durchgeführte Untersuchung ergab, dass Facebook in Europa einen direkten Mehrwert von 15,3 Milliarden Euro schaffe. Unternehmen könnten 32 Milliarden Euro Umsatz in Europa durch Facebook-Aktivitäten realisieren, behauptete die Studie. Zudem seien durch Facebook 230.000 Arbeitsplätze geschaffen worden. In Deutschland belaufe sich die Zahl auf 36.000 Jobs. Facebook steuere in Deutschland 2,6 Milliarden Euro zum Bruttoninlandsprodukt bei. "Die Studie zeigt deutlich, dass Facebook viel mehr ist, als 'Bilder zu teilen' und 'mit Freunden in Kontakt zu sein" , sagte Sandberg.


Relevante Themen