Test Deponia: Spaß auf der Mülldeponie
Müll, Schrott und Abfall – Deponia ist nicht gerade der Ort, der sich für einen Erholungsurlaub anbietet. Kein Wunder, dass Deponia-Bewohner Rufus lieber heute als morgen seine Heimat verlassen möchte und von einem besseren Leben an dem vermeintlich wunderschönen Ort Elysium träumt. Flüchten ist allerdings alles andere als einfach, trotz des großen Ideenreichtums, den Rufus an den Tag legt – gleich die erste Aufgabe des Spielers besteht darin, alle wichtigen Sachen für den Umzug ausfindig und danach eine nicht sonderlich vertrauenerweckende Rakete für den eigenen Abflug startklar zu machen.

Dann kommt allerdings alles anders als geplant: Der Fluchtversuch misslingt zwar, dafür sieht sich Rufus plötzlich mit einer wunderschönen, nur leider bewusstlosen Unbekannten konfrontiert – und einer bösen Regierung, die seinen Planeten offensichtlich für ihre düsteren Machenschaften missbraucht. Ab sofort muss der tolpatschige und eigentlich nur auf sein eigenes Wohl bedachte Held wider Willen gute Taten vollbringen – für seine neue Liebe, aber auch seine Mitbewohner.
Deponia ist klassische Adventure-Kost – Orte müssen nach sinnvollen Gegenständen abgesucht und mit anderen Objekten kombiniert werden, hinzu kommen zahlreiche Gespräche, meist logische Rätsel und ein paar nicht immer gelungene Minispiele. Die Steuerung und das Ansehen und Benutzen von Objekten erfolgt einfach per rechtem oder linkem Mausklick, hinzu kommen gelungene Komfortfunktionen: Ein Druck auf die Maustaste zeigt alle verfügbaren Hotspots an, das Drehen des Mausrads öffnet das Inventar.
Viel Liebe zum Detail
Eine große Stärke von Deponia ist die überzeugende Liebe zum Detail. Angefangen bei den gut herausgearbeiteten Charakteren wie dem sich regelmäßig selbst überschätzenden Rufus, seiner ständig mies gelaunten Mitbewohnerin Toni oder dem altklugen Sidekick Wenzel über die wunderschönen gezeichneten 2D-Hintergründe bis hin zur gelungenen deutschen Sprachausgabe ist Deponia ein durchgängig motivierendes und schön anzusehendes Abenteuer geworden. Vor allem aber auch ein sehr unterhaltsames: Wenn eine vorlaute Zahnbürste mit einer Mausefalle eingefangen oder die Exfreundin vorübergehend außer Gefecht gesetzt werden muss, erinnert der überdrehte Humor an beste Lucas-Arts-Zeiten.
Das Rätseldesign ist meist schlüssig und nie zu schwer. Und da sich die Anzahl von Objekten im Inventar immer in überschaubarem Rahmen bewegt, gibt es kaum Stellen, an denen zu lange herumprobiert werden muss. Dafür ist das Spiel allerdings auch nach deutlich weniger als zehn Spielstunden vorbei – und endet zudem derart offen, dass die geplante Fortsetzung mehr als offensichtlich ist.
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Deponia ist für Windows-PC ab dem 27. Januar 2012 im Handel erhältlich, kostet 30 Euro und hat eine USK-Freigabe ab 6 Jahren erhalten.
Fazit
Adventure-Hits am Fließband: Mit Deponia hat Daedalic(öffnet im neuen Fenster) schon wieder ein Point-&-Click-Highlight erschaffen. Eine tolle Story, grandioser Humor, schön anzusehende Szenerien und eine einfache Bedienbarkeit machen den Titel zu einem, vielleicht abgesehen vom etwas abrupten Ende, rundum überzeugenden Kleinod – das zudem auch noch zu einem absolut fairen Preis angeboten wird.



