Äußerst flexibel: Warum Apple das iPhone in China produziert

Apple lässt sein iPhone in China herstellen, weil die dortigen Auftragshersteller in kürzester Zeit auf Änderungswünsche bei der Ausstattung reagieren. Wie das abläuft, hat ein früherer Topmanager der New York Times erzählt.

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Am Konzernsitz von Apple
Am Konzernsitz von Apple (Bild: Robert Galbraith/Reuters)

Apple lässt in China produzieren, weil dort sofort auf kurzfristige Änderungen reagiert werden kann und eine große Menge billiger Arbeitskräfte ständig verfügbar ist. Das berichtet ein früherer Apple-Topmanager der New York Times.

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Fast alle der im vergangenen Jahr verkauften 70 Millionen iPhones, 30 Millionen iPads und 59 Millionen andere Apple-Produkte werden nicht in den USA hergestellt. Steve Jobs soll US-Präsident Barack Obama im Februar 2011 bei einem gemeinsamen Abendessen auf dessen Frage, warum Apple-Produkte wie das iPhone nicht in den USA gefertigt würden, offen gesagt haben: "Diese Arbeitsplätze kommen nicht zurück."

Apple hatte die Ausstattung des ersten iPhones kurz vor der Auslieferung noch einmal geändert. Der Auftragshersteller schaffte es, bis um Mitternacht desselben Tages neue Displays für das Smartphone anliefern zu lassen.

Im Jahr 2007 hatte Jobs einen Monat vor Verkaufsstart des iPhones eine Gruppe von führenden Managern zu einer Krisensitzung zusammengerufen. Jobs hatte wochenlang den iPhone-Prototyp zusammen mit seinen Schlüsseln in der Tasche getragen. Verärgert hielt er das iPhone hoch, so dass jeder die vielen kleinen Kratzer auf dem Plastikdisplay sehen konnte. Dann holte er die Schlüssel aus seiner Jeans.

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Die Menschen würden dieses Telefon in der Tasche bei sich tragen, sagte er. Und sie tragen auch ihre Schlüssel in der Tasche. "Ich werde kein Produkt verkaufen, das zerkratzt werden kann", sagte der Vorstandschef. Kratzfestes Glas sei darum die einzige Lösung. "Ich will ein perfektes Glasdisplay, und zwar in sechs Wochen." Einer der Manager buchte sofort nach dem Treffen einen Flug nach Shenzhen zu Foxconn.

Ein Vorarbeiter weckte dort sofort 8.000 Arbeiter in den Schlafsälen von Foxconn in Shenzhen. Jeder bekam einen Keks und eine Tasse Tee und wurde an den Arbeitsplatz geführt. Binnen 30 Minuten war alles für den Beginn einer Zwölfstundenschicht vorbereitet, bei der passende Gläser in die Gehäuse eingesetzt wurden. Binnen 96 Stunden betrug die Tagesproduktion bereits 10.000 iPhones.

"Die Geschwindigkeit und Flexibilität sind atemberaubend", sagte der Manager. "Es gibt keine US-amerikanische Fabrik, die da mithalten kann."

Nachtrag vom 23. Januar 2012, 16:11 Uhr

Trotz vieler Versprechungen hat sich an den oft kritisierten unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei Foxconn nichts Wesentliches geändert: Im Juni 2010 hatte ein Foxconn-Arbeiter erklärt, dass trotz Versprechungen der Konzernleitung die inhumanen Arbeitsbedingungen mit vielen Überstunden, Sprechverbot und Siebentagewoche gleich geblieben seien. Er müsse weiterhin elf Stunden arbeiten, meist an sieben Tagen in der Woche, mit nur 30 Minuten Pause für Mittag- und Abendessen.

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Netspy 27. Jan 2012

Ja ja, die Foxconn-Mitarbeiter, die wegen Microsoft, Samsung und Co. vom Dach springen...

Amüsierter Leser 25. Jan 2012

Die Wegwerfgesellschaft hat für klevere Leute durchaus auch Vorteile. Ich würde mich...

ichbinsmalwieder 25. Jan 2012

Diesen Satz hätte er vielleicht mal beim iPod nano 1G sagen sollen. Das Ding war mit...

Amüsierter Leser 25. Jan 2012

Dafür wird der Kunde aber nicht sorgen, da er immer weniger Geld zur Verfügung hat und...



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