RIM: Neuer Chef will keine drastischen Änderungen

Der frühere Siemens-Manager Thorsten Heins soll den angeschlagenen Blackberry-Hersteller RIM retten. Mike Lazaridis und Jim Balsillie geben nach 20 Jahren die Führung auf und wechseln in den Aufsichtsrat.

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Thorsten Heins mit seiner Tochter Svenja im September 2010 beim Start des Films Buried.
Thorsten Heins mit seiner Tochter Svenja im September 2010 beim Start des Films Buried. (Bild: Joe Scarnici/Getty Images)

Der Deutsche Thorsten Heins soll Research In Motion retten. Nach 20 Jahren an der Spitze des Smartphonherstellers treten Mike Lazaridis und Jim Balsillie als Co-Vorstandschefs ab. Das teilte das Unternehmen am Abend des 22. Januar 2012 mit. Heins war zuvor einer der zwei Chief Operating Officer des kanadischen Unternehmens und ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Hein sagte: "Ich glaube nicht, dass drastische Änderung notwendig sind. Wir entwickeln uns weiter."

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Die Aktionäre fordern nach einer Serie von Verschiebungen, Misserfolgen, Pannen und Skandalen seit Monaten einen Führungswechsel und einen Verkauf des Unternehmens. Der Preis für das Blackberry Playbook mit 64-GByte-Speicher wurde von 700 US-Dollar auf 300 US-Dollar gesenkt. Das Unternehmen hatte in seinem dritten Quartal 2011 einen Gewinnrückgang um 71 Prozent auf 265 Millionen US-Dollar verzeichnet. Lazaridis musste bekanntgeben, dass erste Smartphones mit Blackberry OS 10 erst frühestens Ende 2012 auf den Markt kommen. Davor hatte die Firma bereits mehrere Gewinnwarnungen veröffentlicht, Produktstarts verschoben und im Oktober drei Tage gebraucht, um einen Netzwerkausfall zu beheben. Der Start des Playbooks war ein Misserfolg. Zwei leitende RIM-Manager betranken sich auf einem Flug derart, dass die Maschine wegen ihres rowdyhaften Verhaltens umkehren musste.

Heins ist 54 Jahre alt und arbeitet seit 2007 für Research In Motion. Als Chief Operating Officer war er für Software, Hardware und Sales verantwortlich. Zuvor war Heins Manager bei Siemens. Heins war Chief Technology Officer und Aufsichtsratsmitglied bei Siemens Communications und verantwortete das Geschäft mit Mobilfunk, Festnetz, Enterprise Communication und Consumer Electronic für den Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsraum (APAC).

RIM: Führungswechsel ist keine Reaktion auf Druck der Aktionäre

Barbara Stymiest wird, wie bereits berichtet, Aufsichtsratschefin. Lazaridis soll die Funktion des Vizeaufsichtsratsvorsitzenden übernehmen, Balsillie wird Aufsichtsrat.

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"Es war keine Reaktion darauf", sagte Balsillie in Bezug auf die Kritiken der Großaktionäre. 2011 hatte die RIM-Aktie zwei Drittel ihres Wertes verloren. "In jeder erfolgreichen Firma müssen die Gründer irgendwann erkennen, dass die Zeit gekommen ist, den Stab an eine neue Führung zu übergeben. Dieser Moment ist nun gekommen." Das Unternehmen werde an der Strategie von Balsillie und Lazaridis für die Restrukturierung des Unternehmens festhalten.

Nachtrag vom 23. Januar 2012, 18:14 Uhr

Die Berufung von Heins zum neuen Chef des Blackberry-Herstellers RIM trifft auf massiven Widerstand der Hedge-Fonds-Gruppe, die von RIM bereits seit einiger Zeit eine Aufspaltung fordert. "Wir sind enttäuscht von seinem ersten Auftritt. Er hat letztlich gesagt, dass es eine Strategie gebe, an der er festhalten wolle. Das ist nicht das, was der Markt hören will", sagte Vic Alboini, Chef des Hegde-Fonds Jaguar Financials, dem Handelsblatt. "Mit diesem Programm wird er sich kaum 15 Monate, bestenfalls anderthalb Jahre an der Spitze halten. Er hat sich wie ein Interims-Chef präsentiert."

Alboini ist Sprecher eine Gruppe von 15 RIM-Investoren, die seit langem entweder den Verkauf der Firma an einen Konkurrenten oder eine Aufspaltung in eine Software- und eine Hardwarefirma fordern. Die Gruppe hält nach Angaben Alboinis derzeit rund zehn Prozent der RIM-Aktien.

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