Abo
  • IT-Karriere:

Megaupload: Was Uploader und Downloader zu befürchten haben

Die Reaktionen auf die Schließung von Megaupload könnten nicht unterschiedlicher ausfallen als die der GVU auf der einen und der Piratenpartei auf der anderen Seite. Mit welchen Konsequenzen aber müssen die Nutzer rechnen?

Artikel veröffentlicht am ,
Megaupload: Downloader dürften glimpflich davonkommen.
Megaupload: Downloader dürften glimpflich davonkommen. (Bild: Piratenpartei)

Die Reaktionen der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) und der Piratenpartei auf die Schließung von Megaupload und die Festnahme der Betreiber des Dienstes fallen erwartungsgemäß aus: Die GVU begrüßt doppeldeutig die Festnahme eines "'Schwergewichts' aus der Szene der digitalen Hehler", die Piratenpartei kritisiert, die "Contentmafia" lasse "europäische Bürger nach US-Gesetzen in Neuseeland verhaften" und vergleicht die Situation mit der Pirate-Bay-Razzia im Jahre 2006, die zur Gründung der Piratenpartei geführt hat.

Stellenmarkt
  1. Universitätsklinikum Münster, Münster
  2. MVZ Labor Ludwigsburg GbR, Ludwigsburg

Der auf Filesharing spezialisierte Rechtsanwalt Christian Solmecke beschäftigt sich derweil mit der Frage, was die Nutzer jetzt zu befürchten haben: Dabei müsse zunächst zwischen Uploadern und Downloadern unterschieden werden. Nach Einschätzung von Solmecke werden die Uploader, also die Nutzer, die Musik oder Filme auf den Server hochladen, in der Regel sehr stark zivil- und strafrechtlich verfolgt. Wer urheberrechtlich geschütztes Material hochlade und einen Link dazu auf einer der typischen Linkwebsites veröffentliche, begehe eine Urheberrechtsverletzung und müsse mit Schadensersatzforderungen von rund 1.000 bis 2.000 Euro und der Einleitung eines Strafverfahrens rechnen. "Je nach Ausmaß der Urheberrechtsverletzungen drohen den Uploadern hohe Geldstrafen oder sogar mehrjährige Haftstrafen", sagt Solmecke.

Das dürfte vor allem dann gelten, wenn Uploader von Megaupload Geld erhalten haben. (Siehe dazu auch: Das System Megaupload: Deshalb wurde der Sharehoster von Kim Schmitz geschlossen).

Downloader dürften glimpflich davonkommen

Etwas anders sehe die Situation bei den Downloadern aus. Zwar liegt auch beim Herunterladen entsprechender Dateien eine Urheberrechtsverletzung vor, da die Anbieter hierbei aber in der Regel keine IP-Adressen speichern, sei eine Rückverfolgung kaum möglich. Aber selbst dann, wenn IP-Adressen gespeichert werden, geht Solmecke nicht davon aus, dass "die Nutzer von Megaupload eine rechtliche Verfolgung durch die deutschen Behörden befürchten müssen".

"Selbst wenn IP-Adressen gespeichert worden sind, sind diese nur innerhalb von sieben Tagen zurückzuverfolgen; das heißt, die Provider dürfen die zu der IP-Adresse gehörenden persönlichen Daten nur sieben Tage speichern. Die Übermittlung der IP-Adressen aus den USA zu den deutschen Behörden wird garantiert deutlich länger dauern." Solmecke geht daher davon aus, dass die Nutzer "noch glimpflich davonkommen, zumindest dann, wenn sie nur 'gedownloaded' haben".

Die Abschaltung der Megaupload-Server sieht Solmecke kritisch: "In Deutschland ist umstritten, ob der Betrieb einer Plattform wie 'Megaupload' überhaupt illegal ist, da diese auch zu legalen Zwecken genutzt werden können." Solmecke verweist auf gegensätzliche Urteile der Oberlandesgerichte Düsseldorf und Köln bezüglich des Filehosters Rapidshare.

Für GVU und Piratenpartei ist die Sache hingegen klar: "Rechtlich gesehen bieten Filehoster etwa die gleiche Dienstleistung wie ein Lagerhallenbetreiber an - es wäre absurd, diesen für das Verhalten seiner Kundschaft verantwortlich zu machen", sagt Andreas Popp, Urheberrechtsexperte der Piratenpartei. Er fragt: "Wird demnächst auch der Vorstand von Google verhaftet, weil auch auf Youtube Nutzer urheberrechtlich geschützte Medien hochladen? Die US-Behörden wollen uns hier offenbar einen Vorgeschmack auf die neuen Zensurgesetze Sopa und Pipa geben."

Anders sieht es GVU-Chef Matthias Leonardy: "Mit Megapupload und Megavideo wurden zwei zentrale Dienste aus dem Gefüge der parasitären Geschäftsmodelle von Filehoster-Portalsystemen zunächst vom Netz genommen."

Was aber ist eigentlich mit den Daten, die auf den Megaupload-Servern gespeichert sind? "Nutzer, die eigene Dateien, wie zum Beispiel Urlaubsfotos, auf Megaupload hochgeladen haben, kommen nun an diese Daten nicht mehr heran. In dieser Hinsicht verhalten sich die US-Behörden, die die Plattform ohne Rücksicht auf Verluste dichtgemacht haben, gewissermaßen wie Wild-West-Sheriffs", sagt Rechtsanwalt Solmecke.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Paperwhite 6 Zoll für 89,99€, Der neue Kindle mit integriertem Frontlicht für 59,99€)
  2. 69,90€ (Bestpreis!)
  3. (u. a. Forza Horizon 4 + LEGO Speed Champions Bundle (Xbox One / Windows 10) für 37,99€, PSN...
  4. (u. a. Fire HD 8 für 69,99€, Fire 7 für 44,99€, Fire HD 10 für 104,99€)

Basinator 31. Jan 2012

Und man darf natürlich auch nciht die GEMA vergessen, die heimsen das große Geld ein...

Basinator 31. Jan 2012

bump + Was erhoffst du dir egtl. von deinem "Horst Nilges"-Getue? Was willst du damit...

dumdideidum 24. Jan 2012

Wer sagt denn, dass ein Backup zwangsläufig direkt abrufbar in einer Cloud liegt muss...

zendar 23. Jan 2012

gescrollt != geblättert gescrollt = gerollt

Der Held vom... 23. Jan 2012

Es genügt doch schon, wenn er selbst dort Daten hinterlegt haben sollte und mit Fug und...


Folgen Sie uns
       


Sega Dreamcast (1999) - Golem retro

Am 9.9.1999 startete Segas letzte Konsole in ein kurzes, aber erfülltes Spieleleben.

Sega Dreamcast (1999) - Golem retro Video aufrufen
WLAN-Kameras ausgeknipst: Wer hat die Winkekatze geklaut?
WLAN-Kameras ausgeknipst
Wer hat die Winkekatze geklaut?

Weg ist die Winkekatze - und keine unserer vier Überwachungskameras hat den Dieb gesehen. Denn WLAN-Cams von Abus, Nest, Yi Technology und Arlo lassen sich ganz einfach ausschalten.
Von Moritz Tremmel

  1. Wi-Fi 6 Router und Clients für den neuen WLAN-Standard
  2. Wi-Fi 6 und 802.11ax Was bringt der neue WLAN-Standard?
  3. Brandenburg Vodafone errichtet 1.200 kostenlose WLAN-Hotspots

Alexa: Das allgegenwärtige Ohr Amazons
Alexa
Das allgegenwärtige Ohr Amazons

Die kürzlich angekündigten Echo-Produkte bringen Amazons Sprachassistentin Alexa auf die Straße und damit Datenschutzprobleme in die U-Bahn oder in bisher Alexa-freie Wohnzimmer. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben Golem.de erklärt, ob und wie die Geräte eingesetzt werden dürfen.
Von Moritz Tremmel

  1. Digitaler Assistent Amazon bringt neue Funktionen für Alexa
  2. Echo Frames und Echo Loop Amazon zeigt eine Brille und einen Ring mit Alexa
  3. Alexa Answers Nutzer smarter Lautsprecher sollen Alexa Wissen beibringen

Minecraft Earth angespielt: Die Invasion der Klötzchen
Minecraft Earth angespielt
Die Invasion der Klötzchen

Kämpfe mit Skeletten im Stadtpark, Begegnungen mit Schweinchen im Einkaufszentrum: Golem.de hat Minecraft Earth ausprobiert. Trotz Sammelaspekten hat das AR-Spiel ein ganz anderes Konzept als Pokémon Go - aber spannend ist es ebenfalls.
Von Peter Steinlechner

  1. Microsoft Minecraft hat 112 Millionen Spieler im Monat
  2. Machine Learning Facebooks KI-Assistent hilft beim Bau von Minecraft-Werken
  3. Nvidia Minecraft bekommt Raytracing statt Super-Duper-Grafik

    •  /