Saeed Malekpour: Iran bekräftigt Todesstrafe für Webentwickler
Das höchste Gericht des Irans hat in dieser Woche die Todesstrafe für den Webprogrammierer Saeed Malekpour bestätigt. Von ihm geschriebener Code soll auf einer pornografischen Webseite verwendet worden sein. Die Anklage lautete auf "Beleidigung und Entweihung des Islam". Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte(öffnet im neuen Fenster) die Freilassung des 35-Jährigen, dessen Hinrichtung nun jederzeit erfolgen kann. Die von ihm geschriebene Uploadsoftware sei von anderen ohne sein Wissen genutzt worden.
Malekpour, der seinen ständigen Wohnsitz in Kanada hatte, wurde im Oktober 2008 verhaftet, als er seine Familie im Iran besuchte. Er soll gefoltert worden sein und durfte keinen Anwalt anrufen, während er für mehr als ein Jahr im Teheraner Evin-Gefängnis in Einzelhaft gehalten wurde.
Laut Information des britischen Guardian(öffnet im neuen Fenster) soll Malekpour danach im iranischen Staatsfernsehen Verbindungen zu einer Pornowebsite eingestanden haben. Diese Aussage, die Malekpour später in einem Brief aus der Haft widerrufen(öffnet im neuen Fenster) hat, war der Anlass für das Todesurteil. Er sei gefoltert worden, und ihm sei für ein falsches Geständnis die sofortige Freilassung in Aussicht gestellt worden, schrieb Malekpour in dem Brief vom März 2010: "Sie sagten mir, dass ich wahrheitswidrig den Kauf von Software aus Großbritannien zugeben sollte, die ich dann auf meiner Website zum Verkauf angeboten hätte". Weiter schrieb er: "Ich wurde gezwungen, hinzuzufügen, dass bei jedem Besucher meiner Website die Software unbemerkt installiert wurde, um die Kontrolle über die Webcams zu übernehmen, auch wenn sie ausgeschaltet waren".
Iran: Bereits 53 Toderurteile im Jahr 2012 vollstreckt
"Mit der Bestätigung des Todesurteils für Saeed Malekpour, das nach einem unfairen Gerichtsverfahren ausgesprochen wurde, senden die iranischen Behörden eine Botschaft an die Iraner, nicht frei ihre Meinung zu äußern und anderen nicht dabei zu helfen, dies zu tun, auch nicht über das Internet", sagte Ann Harrison von Amnesty International.
Weitere wegen Internetaktivitäten inhaftierte Iraner seien unter anderen der Blogger Vahid Asghari und der Website-Administrator Ahmad Reza Hashempour. Sie erwartet ebenfalls die Todesstrafe. Das Regime hat 2012 offiziell bereits mindestens 31 Menschen hinrichten lassen. Amnesty liegen Information vor, dass in diesem Jahr weitere 22 Todesstrafen vollstreckt wurden.
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