Enterprise Virtualization 3.0: Red Hat will mit VMware gleichziehen

Red Hat hat seine Virtualisierungsinfrastruktur namens Enterprise Virtualization auf Version 3.0 aktualisiert. Der Hypervisor nutzt den Linux-Kernel aus Red Hat 6.2 samt aktueller KVM. Die Verwaltungssoftware wurde auf Java portiert.

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Red Hat Enterprise Virtualization 3.0 basiert auf dem Kernel aus RHEL 6.2.
Red Hat Enterprise Virtualization 3.0 basiert auf dem Kernel aus RHEL 6.2. (Bild: Red Hat)

In Red Hat Enterprise Virtualization 3.0 (RHEV 3.0) ist die Verwaltungssoftware Enterprise Virtualization Manager von C# auf Java portiert und zusätzlich um zahlreiche neue Funktionen erweitert worden. Zuvor konnte die Verwaltungssoftware, die im Rahmen der Übernahme im September 2008 von Qumranet an Red Hat ging, nur unter Windows Server 2008 betrieben werden. Jetzt benötigt nur noch die Komponente Administrator Console eine Windows-Umgebung mit Internet Explorer 7 und .Net 4.

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Die von Qumranet übernommenen Technologien waren weitgehend für den Einsatz in VDI gedacht und mussten zunächst nicht nur in Open-Source-Lösungen, sondern auch für Cloud-Infrastrukturen umgewandelt werden. Im September 2011 wurde dazu das Ovirt-Projekt gegründet, das unter anderem die Verwaltungslösungen von Qumranet der Community zur Verfügung stellte und Partner wie IBM, Canonical, Suse und Intel miteinbezieht.

Angepasstes KVM

Von Qumranet stammen auch Teile der Kernel Virtual Machine (KVM), die längst fester Bestandteil des Linux-Kernels ist. In RHEV 3.0 kommt der Kernel aus Red Hat Enterprise Linux 6.2, es basiert also auf Kernel 2.6.32, allerdings mit zahlreichen Backports. Die aktuelle Version von KVM kann Gastsystemen maximal 2 TByte vRAM-Speicher zur Verfügung stellen, ein deutlicher Zuwachs gegenüber RHEV 2.2, das die Speichernutzung für Gastsysteme auf 256 GByte begrenzte.

Außerdem kann RHEV 3.0 jeweils einem Gastsystem 64 virtuelle Prozessorkerne zuweisen, während die Host-Systeme bis zu 128 logische Prozessoren verwalten können. Das Virtio-Framework aus Kernel 2.6.34 hat einen effizienteren Datenaustausch zwischen Gastsystemen. Zusätzlich sollen die aus Kernel 2.6.38 übernommenen Transparent Huge Pages die Speicherverwaltung für Gastsysteme deutlich beschleunigen und besser skalieren.

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Für die Kommunikation zwischen Server und Client im VDI-Betrieb (Virtual Desktop Infrastructure) steht das ebenfalls von Qumranet erworbene Spice-Protokoll zur Verfügung, das in der aktuellen Version auch leistungshungrige Anwendungen unterstützt.

Das Self-Service User Portal ist in Java geschrieben und bietet ein Verwaltungswerkzeug für Benutzer. Die Software ist für die Verwendung auf Red Hat Enterprise Linux und ermöglicht Benutzern die Einrichtung von Hypervisoren auf Basis von zuvor definierten Rechten, die sowohl von Red Hats Identity Manager als auch von Microsofts Active Directory übernommen werden können.

RESTful-APIs für Drittanbieter

Ebenfalls überarbeitet wurde das Integrated Reporting System, das neben 25 vorkonfigurierten Reports auch das Erstellen eigener Berichte erlaubt. Dazu wurde die Java-basierte Software Jasperreports integriert.

Neu in RHEV 3.0 ist auch die RESTful-API, über die Drittanbieter ihre Werkzeuge integrieren können. Über den zeitgleich mit der Veröffentlichung von RHEV 3.0 geöffneten Red Hat Market Place können Softwarehersteller ihre Produkte anbieten.

Konkurrenz für VMware

Mit RHEV 3.0 will sich Red Hat neben VMware im Markt positionieren und zielt dabei aber in erster Linie auf die Virtualisierung von Linux ab. Red Hat sieht dort eine Nische, denn auch in der Virtualisierung beherrscht Windows den Markt. Einen Vorteil gegenüber VMware sieht Red Hat auch im Preis: Während VMware auch den Speicherverbrauch berechnet, werden bei Red Hat nur die benötigten Sockets berechnet, was den Preis um ein Drittel senken soll.

Für das nächste RHEV 3.1 plant Red Hat, sämtliche Komponenten auf offene Plattformen zu portieren, etwa die Administrator Console. Zusätzlich sollen die Konfigurationsoberflächen in Ajax und HTML5 für Firefox angeboten werden.

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