Wikipedia und Google: Proteste gegen Sopa überzeugen US-Abgeordnete

Mehrere einflussreiche US-Abgeordnete haben nach den Onlineprotesten erklärt, die beiden Gesetzesentwürfe zum Schutz des Urheberrechts nicht mehr zu unterstützen. Unter den neuen Gegnern sind auch Parlamentarier, die an den Entwürfen mitgearbeitet haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Geschwärzte Wikipedia: Wirkung in Washington
Geschwärzte Wikipedia: Wirkung in Washington (Bild: Wikipedia)

Am Mittwoch protestierte das Web: Websites blieben schwarz, Google hatte über sein Logo das Wort Zensur gelegt. Außerdem riefen Internetunternehmen Nutzer auf, eine Petition gegen die umstrittenen Gesetzesentwürfe Stop Online Piracy Act (Sopa) und Protect IP Act (Pipa) zu unterzeichnen. Am Mittwochnachmittag um 16:30 Uhr (Ostküstenzeit) hatten das schon 4,5 Millionen Nutzer getan, wie Google-Sprecherin Christine Chen dem US-Branchendienst Cnet sagte.

Stellenmarkt
  1. Help Desk Techniker*in (m/w/d)
    Scheidt & Bachmann Parking Solutions Germany GmbH, Mönchengladbach
  2. Webdesigner / Grafikdesigner (m/w/d)
    ALTEC Aluminium-Technik GmbH & Co. KGaA, Mayen
Detailsuche

Protestiert wurde auch auf traditionelle Weise: So habe es Demonstrationen in New York, San Francisco und Las Vegas gegeben, berichtet die Washington Post. Rund 300.000 Bürger hätten sich nach Angaben der Organisatoren des Protests an ihre Abgeordneten gewandt. Nicht alle Äußerungen waren friedlich: Die Kongressbibliothek wurde am Mittwochabend Ziel einer Denial-of-Service-Attacke von Sopa-Gegnern.

Anhänger werden Gegner

Der Protest blieb nicht ohne Wirkung in Washington: Eine Reihe von Abgeordneten aus beiden Kammern des Parlaments erklärte am Mittwoch, dass sie die Gesetzesentwürfe doch nicht unterstützen wollten. Und dies seien keine Hinterbänkler gewesen, schreibt die New York Times.

Den Anfang habe Senator Marco Rubio gemacht. Der Republikaner aus Florida hatte den Pipa-Gesetzesentwurf miteingebracht. Ihm folgten einflussreiche Parteifreunde wie der texanische Senator John Cornyn, der das National Republican Senatorial Committee leitet, oder Orrin Hatch aus Utah. Jim DeMint, republikanischer Senator aus South Carolina und Anhänger der Tea-Party-Bewegung, entzog dem Entwurf per Twitter seine Unterstützung. Am späten Mittwoch erklärte sich Charles Grassley, republikanischer Senator aus Iowa, zum Gegner des Entwurfes, an dem er selbst mitgearbeitet hatte.

Dissenz im Repräsentantenhaus

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
  2. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  3. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
Weitere IT-Trainings

Im Repräsentantenhaus sagten knapp 20 Abgeordnete, dass sie Sopa nicht länger unterstützten. Darunter waren mit Lee Terry, Republikaner aus Nebraska, Tim Holden, Demokrat aus Pennsylvania, und Benjamin Quayle, Republikaner aus Arizona, auch drei der Autoren des Entwurfs. Damit sei den meisten in der Kammer klargeworden, dass es keinen Konsens darüber gebe, wie mit dem Entwurf weiter verfahren werde, resümierte John Boehner, Sprecher des Repräsentantenhauses und Republikaner aus Ohio.

Die beiden Gesetzesentwürfe sind maßgeblich auf Betreiben der Unterhaltungsindustrie eingebracht worden. Ziel ist, den Schutz des geistigen Eigentums zu gewährleisten. Die Gesetze würden es ermöglichen, den Zugang zu ausländischen Websites sperren zu lassen, auf denen urheberrechtlich geschützte Inhalte bereitgestellt werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anonymer Nutzer 19. Jan 2012

Du bist ganz schön naiv. Um gegen Kinderarbeit vorzugehen, braucht man keine Lobby - das...

d333wd 19. Jan 2012

Hauptsache die Demonstranten haben ihr "DDös'chen" gemacht und können wieder ruhig...

Eckstein 19. Jan 2012

Das wage ich mich noch nicht zu glauben, dass das Thema tatsächlich vom Tisch ist.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Geekbench & GFXBench
Erste Benchmarks zeigen starken Apple M1 Max

Das Apple Silicon schneidet gut ab: Der M1 Max legt sich tatsächlich mit einer Geforce RTX 3080 Mobile und den schnellsten Laptop-CPUs an.

Geekbench & GFXBench: Erste Benchmarks zeigen starken Apple M1 Max
Artikel
  1. Kernnetz: Telekom wechselt Cisco-Router im zentralen Backbone aus
    Kernnetz
    Telekom wechselt Cisco-Router im zentralen Backbone aus

    Die Deutsche Telekom hat einen besseren Cisco-Router in ihrem zentralen Backbone installiert. Der erreicht 260 TBit/s und wirft Fragen zur IT-Sicherheit auf.

  2. Recaro Rae: Stuhl von deutschem Hersteller soll Gamer ansprechen
    Recaro Rae
    Stuhl von deutschem Hersteller soll Gamer ansprechen

    Ab 600 Euro verkauft der Hersteller Recaro den Rae-Stuhl. Dieser ist für maximal 150 kg ausgelegt und ergonomisch verstellbar.

  3. Windows 11: User wollen separate Fenster in der Taskleiste zurück
    Windows 11
    User wollen separate Fenster in der Taskleiste zurück

    Windows 11 gruppiert Instanzen einer App zusammen und streicht die Möglichkeit, sie separat anzuzeigen. Das gefällt der Community gar nicht.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • HP Herbst Sale bei NBB: Bis zu 500€ Rabatt auf Gaming-Notebooks, Monitore uvm. • Kingston RGB 32GB Kit 3200 116,90€ • LG OLED48A19LA 756,29€ • Finale des GP Anniversary Sales • Amazon Music 3 Monate gratis • Saturn Gutscheinheft: Direktabzüge und Zugaben [Werbung]
    •  /