Chapter 11: Eastman Kodak ist insolvent

Kodak ist am 19. Januar 2012 zum Insolvenzgericht in New York gegangen. Die Zukunft des Foto- und Druckerherstellers ist ungewiss, 19.000 Jobs sind in Gefahr. Die deutsche Tochter soll nicht betroffen sein.

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Kodak-Filme im Januar 2012 in einem Laden in New York
Kodak-Filme im Januar 2012 in einem Laden in New York (Bild: Brendan McDermid/Reuters)

Eastman Kodak ist insolvent. Am 19. Januar 2012 stellte der Hersteller fotografischer Ausrüstung einen Insolvenzantrag in Manhattan. Der Schritt war bereits länger erwartet worden.

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Im Insolvenzverfahren will der Konzern den Geschäftsbetrieb fortführen. Dafür soll eine Finanzierung von 950 Millionen US-Dollar mit der US-Bank Citigroup vereinbart worden sein. Von dem Insolvenzverfahren nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts seien die Auslandstöchter Kodaks nicht betroffen, auch nicht die deutsche Niederlassung mit knapp 1.050 Mitarbeitern in Stuttgart und im niedersächsischen Osterode, erklärte das deutsche Management.

Das Management des 131 Jahre alten Unternehmens erwartet, 2013 das Verfahren zu beenden. In den USA wird mit Chapter 11 eine Reorganisierung und Restrukturierung unter Gläubigerschutz eingeleitet, was nicht direkt mit dem Insolvenzverfahren in Deutschland verglichen werden kann.

Der Versuch, Kodak als Hersteller für Tintenstrahldrucker zu etablieren, war gescheitert. Dafür hatte Kodak Antonio Perez, den Chef der Druckersparte von Hewlett-Packard, geholt. Perez hoffte, für die Kodak-Drucker einen höheren Preis als die Konkurrenz verlangen zu können und die Tintenpatronen billiger anzubieten. Aber der gesättigte Markt war sehr schwer zu durchdringen, und Kodak musste viel Geld ausgeben, um über Subventionen eine Basis im Handel aufzubauen.

Kodak-Insolvenz: 19.000 Jobs und Rentenansprüche in Gefahr

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Der Konzern hat 19.000 Beschäftigte. Durch das Insolvenzverfahren sind auch die Rentenansprüche früherer Mitarbeiter in Gefahr. In seinem Konkursantrag führte Kodak 5,1 Milliarden US-Dollar an Aktiva und 6,75 Milliarden US-Dollar an Schulden auf. Als Gläubiger wurden die Einzelhändler Wal-Mart, Target, Best Buy und Amazon, die Filmstudios Sony, Warner Brothers, Disney und Paramount und der Mobiltelefonhersteller Nokia gelistet.

Seit August 2011 versuchte Kodak, ein Patentpaket für rund 3 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Das Management hoffte, unter Tablet- und Smartphoneherstellern Bieter für die 1.100 Patente zu finden. Kodak hat seine Schutzrechte schon an diverse Handyhersteller lizenziert. Damit erzielte Kodak von 2008 bis 2010 einen Gewinn von 1,9 Milliarden US-Dollar. 2011 gingen die Einnahmen in dem Bereich aber zurück. Doch es kam zu keinem Vertragsschluss. Deshalb begann Kodak eine Reihe von Patentklagen gegen Apple, Samsung, HTC und Fujifilm, offenbar um potenziellen Kaufinteressenten den Wert der Patente zu demonstrieren.

Der Verkauf der Patente könnte mit dem Insolvenzverfahren einfacher werden und der Preis könnte steigen: Die Versteigerung der Schutzrechte wird nun von einem Gericht geführt und die Gebote müssen offen abgegeben werden.

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