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Musik-Streaming: Deutsches Grooveshark schließt und schimpft auf die Gema

Die Musik-Streaming-Plattform Grooveshark zieht sich aus Deutschland zurück und meckert dabei über die Gema. In den USA muss sich das Unternehmen mit Klagen der Musikindustrie auseinandersetzen.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Jens Ihlenfeld
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Grooveshark kritisiert unverhältnismäßig hohe Betriebskosten. (Bild: Grooveshark)
Grooveshark kritisiert unverhältnismäßig hohe Betriebskosten. Bild: Grooveshark

"Aufgrund unverhältnismäßig hoher Betriebskosten stellt Grooveshark den Zugriff aus Deutschland ein" , ist seit heute unter grooveshark.com(öffnet im neuen Fenster) zu lesen, wenn die Seite aus Deutschland aufgerufen wird. Seinen deutschen Nutzern bietet Grooveshark die Möglichkeit, ihre Musik zu exportieren und empfiehlt den Wechsel zum deutschen Konkurrenten Simfy(öffnet im neuen Fenster) . Weiter heißt es: "Wir hoffen, eines Tages zurückzukommen. Wenn Sie die Betriebskosten für Anbieter wie Grooveshark herabsetzen wollen, können Sie eine höfliche Nachricht an die Gema schicken."

Was dann folgt und wirkt wie die Adresse des deutschen Grooveshark-Büros, ist die Berliner Anschrift der Gema.

Grooveshark unterscheidet sich von anderen Musik-Streaming-Anbietern, was dem Unternehmen Ärger mit diversen Plattenfirmen eingebracht hat. Die bei Grooveshark verfügbare Musik wird von Nutzern hochgeladen und kann auch von anderen Nutzern verwendet werden. Lizenzverträge mit Plattenfirmen unterhält Grooveshark kaum(öffnet im neuen Fenster) . Dennoch halten die Betreiber ihre Plattform für legal, da sie sich als Technologieanbieter an die US-Gesetze, insbesondere den DMCA, halte. Grooveshark sperrt Musik, wenn Plattformen das Unternehmen auf einen Rechteverstoß aufmerksam machen.

Der Dienst steht allen Nutzern in einer Basisversion kostenlos zur Verfügung, lediglich für eine werbefreie Version oder für die Nutzung auf mobilen Endgeräten erhebt Grooveshark eine monatliche Gebühr.

Die Gema hat Ende 2011 einen Tarif für werbefinanzierte Musik-Streaming-Dienste vorgelegt. Sie verlangt dabei 10,25 Prozent der erzielten Einnahmen. Allerdings fallen Mindestabgaben an, bei Diensten mit hoher Interaktivität, wozu Grooveshark wohl zählen dürfte, sind dies 0,6 Cent pro Stream. Dies ist nicht nur Grooveshark zu teuer.

Nachtrag vom 18. Januar 2012, 16:20 Uhr

Die Gema weist die Vorwürfe von Grooveshark in einer Stellungnahme zurück(öffnet im neuen Fenster) . Grooveshark habe seinen Dienst in Deutschland "nicht wegen unverhältnismäßig hoher Betriebskosten eingestellt. Vielmehr weigert sich Grooveshark grundsätzlich, den von ihm betriebenen Dienst überhaupt in irgendeiner Form zu vergüten" , erklärte die Gema. Grooveshark habe mit der Gema bislang in keiner Form Kontakt aufgenommen.


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