Geldkarte: Auch Postbank startet NFC-Zahlung
Die Postbank(öffnet im neuen Fenster) startet im Sommer 2012 mit der Ausgabe von Kreditkarten mit Near-Field-Communication (NFC). Der Pilotversuch beginnt mit der Ausgabe neuer Visa-Gold- und Platinum-Karten.
In der Folge wird die Bank, die eine Tochter der Deutschen Bank ist, entscheiden, ob alle Kreditkarten und auch die Debitkarten mit der NFC-Technologie ausgestattet werden, die Visa Paywave nennt. Postbank-Sprecher Ralf Palm sagte Golem.de: "Eine positive Entscheidung ist möglich, darum starten wir den Pilot zusammen mit Visa." Visa verfüge schon über Erfahrungen mit NFC-Projekten in Großbritannien, Polen und in der Türkei.
Zuvor hatten die deutschen Sparkassen eine schnellere NFC-Einführung angekündigt. Im Frühjahr 2012 beginnt der Pilotversuch im Raum Hannover, Braunschweig und Wolfsburg. Im August 2012 startet die bundesweite NFC-Einführung der Sparkassen. 16 Millionen der insgesamt 45 Millionen Sparkassen-Cards sollen bis Jahresende ausgetauscht werden, die übrigen folgen.
Visa-Paywave-Nutzer der Postbank können bis zu einem Betrag von 25 Euro ohne Geheimnummer (PIN) oder Unterschrift bezahlen. Liegt der Betrag darüber, wird eine Unterschrift gefordert.
36 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, das kontaktlose Zahlungsverfahren per Funkchip zu nutzen. Das ergab eine am 17. Januar 2012 vorgelegte Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern. Weitere 28 Prozent würden NFC eventuell in Anspruch nehmen. 51 Prozent hegen Sicherheitsbedenken. Knapp 21 Prozent befürchten beispielsweise, dass bei der Übertragung die EC-Kartendaten abgegriffen werden können. Weitere 30 Prozent sind der Meinung, Betrüger hätten es durch das kontaktlose Bezahlen noch leichter, unerlaubt mit fremden Geldkarten zu bezahlen.
NFC: Risikoaufklärung durch die Banken gefordert
Nach Aussage von knapp 58 Prozent der Befragten müsste die eigene Bank im Vorfeld ausreichend über Vorteile und Risiken aufklären, damit sie das NFC-Bezahlen in Anspruch nehmen.
"In dem Moment, in dem Smartphones in größerem Stil als digitale Geldbörsen zum Einsatz gelangen, wird es zu einer neuen Kriminalitätswelle kommen" , sagte der Chef des Internet-Provider-Verbands Eco, Michael Rotert , im September 2011. Er forderte alle Marktteilnehmer von mobilen Zahlungssystemen zu einer intensiven Zusammenarbeit beim Thema Sicherheit auf – von den Geräteherstellern, über die Internet Service Provider und Mobilfunkgesellschaften bis hin zu den beteiligten Banken und Kreditkartenunternehmen.