Malware: Koobface-Programmierer sind enttarnt

Facebook und ein Hamburger haben die Identität der Programmierer der Schadsoftware Koobface ermittelt, mussten aber auf Anordnung des FBI jahrelang stillhalten. Die Malwareentwickler agierten die ganze Zeit ungeniert in der Weböffentlichkeit.

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Koobface-Veröffentlichung auf Naked Security: Reise nach Baden-Baden
Koobface-Veröffentlichung auf Naked Security: Reise nach Baden-Baden (Bild: Sophos/Screenshot: Golem.de)

Die Verantwortlichen für den Trojaner Koobface sind enttarnt. Dabei handele es sich um fünf Männer aus dem russischen Sankt Petersburg, berichtet der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR). Facebook-Mitarbeiter und ein Hamburger Sicherheitsexperte hätten sie vor längerem identifiziert.

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Das Quintett hat seit dem Jahr 2008 die Schadsoftware Koobface hauptsächlich über soziale Netze wie Facebook in Umlauf gebracht - Koobface ist eine Art Anagramm auf Facebook. Es verbreitete dort Links auf vermeintliche lustige Videos. Klickte der Nutzer darauf, wurde er aufgefordert, die Software zum Abspielen des Videos zu aktualisieren. Doch statt der Software wurde ihm ein Trojaner auf den Rechner geschmuggelt, der so Teil eines Botnetzes wurde. Dieses soll zu Spitzenzeiten zwischen 400.000 und 800.000 Computer umfasst haben, schätzte der Antivirensoftware-Hersteller Kaspersky.

Rechner blockiert und Suchanfragen umgeleitet

Koobface kann auch als Scareware eingesetzt werden. Diese vermittelt den Eindruck, ein Computer sei mit Schadsoftware infiziert und blockiert ihn. Der Computer ist erst dann wieder nutzbar, wenn der Besitzer eine Software kauft, die den Schadcode entfernt. Schließlich kann Koobface Suchanfragen manipulieren und den Nutzer auf falsche Websites umleiten. Deren Betreiber bezahlen für den Traffic.

Mit ihren Tricks sollen die fünf rund 2 Millionen US-Dollar im Jahr verdient haben. Dabei agierten sie durchaus öffentlich: In sozialen Netzen hätten sie Ferienfotos von sich aus Monte Carlo, Bali oder Baden-Baden eingestellt, berichtet die New York Times (NYT). Einer habe zudem häufig über den Dienst Foursquare verbreitet, wo sich das Büro der Gruppe befindet und wann er dort auftaucht.

Facebook ermittelt

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Schon bald nach dem Auftauchen der Schadsoftware versuchten Experten, den Verantwortlichen auf die Spur zu kommen. Sie hätten sie schnell identifizieren können, sagte Ryan McGeehan, der bei Facebook die Abteilung leitet, die Zwischenfälle untersucht, der NYT. Weiteres Material kommt von dem Sicherheitsexperten Jan Drömer.

Vor zwei Jahren sammelte der Hamburger mehrere Monate lang Hinweise, die fünf Russen im Internet veröffentlicht hatten, und übergab sie Anfang 2010 der Polizei in Deutschland, dem FBI sowie dem SWR. Die US-Bundespolizei hatte sich jedoch Stillschweigen ausbedungen. Drömer hat sein Material jedoch dieser Tage auf Naked Security, dem Blog des Sicherheitssoftware-Herstellers Sophos, veröffentlicht. Facebook soll am heutigen Dienstag Informationen über Koobface und dessen Entwickler bekanntmachen.

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