OSM: Openstreetmap auch für Innenräume möglich
Die Geoinformatiker Marcus Götz und Alexander Zipf des Geografie-Instituts der Universität Heidelberg(öffnet im neuen Fenster) haben in einer Arbeit (PDF)(öffnet im neuen Fenster) untersucht, wie sich Openstreetmap um Informationen über Innenräume erweitern lässt. Den Forschern zufolge bergen öffentlich zugängliche Gebäude wie Flughafenterminals, Bahnhöfe oder Einkaufszentren enormes Potenzial in dieser Hinsicht.
Gebäudeontologie
Um den Aufbau der Innenräume zu beschreiben, erarbeiteten die Wissenschaftler eine 3D-Gebäude-Ontologie (3DBO). Diese "ist einerseits so einfach wie möglich gehalten, enthält aber andererseits genügend Informationen, um Gebäude realitätsnah darzustellen". Die Einfachheit begründen die Forscher damit, dass wie bei Openstreetmap üblich jeder Nutzer Daten hinzufügen können soll.
Neben kartenrelevanten Daten wie Stockwerkanzahl, Türen, Treppenhäusern und Grundrissen der Räume sind auch Metadaten in der Ontologie vorhanden, etwa der Name des Gebäudes, Außenfarbe, Architekturstil oder auch Baujahr. Damit erweitern die Forscher die Fähigkeiten der Openstreetmap deutlich, welche bisher nur die grobe äußerliche Beschreibung von Gebäuden zulässt.
Onlinedemo
In einer Umsetzung(öffnet im neuen Fenster) ihrer theoretischen Arbeit demonstrieren die Forscher die Fähigkeiten ihrer "indoor-extended Openstreetmap" anhand ihres Institutsgebäudes. Um den Aufbau des Gebäudes zu erfassen, verwendeten Götz und Zipf GPS und die Grundrisszeichnungen.
Kartographiert wurden die Daten mit dem OSM-Editor JOSM(öffnet im neuen Fenster). Um die korrekte Darstellung zu gewährleisten, mussten die OSM-XML-Dateien verändert werden. Darüber hinaus müssen die OSM-Renderer um Funktionen erweitert werden.
Götz und Zipf haben bewiesen, dass Openstreetmap um Innenräume erweitert werden kann. Sie weisen aber darauf hin, dass Nutzer in der Lage sein müssen, die notwendigen Daten mit einfachen Mitteln zu erheben, da Gebäudepläne im Allgemeinen nicht zur Verfügung stehen. Außerdem sorgen sich die Forscher um eventuelle Datenschutz- und Sicherheitsprobleme.
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