EU-Studie: Wechsel des Internet Service Providers selten
In Deutschland lebende Menschen wechseln selten ihren Internet Service Provider. Das ergab eine aktuelle Bitkom-Studie(öffnet im neuen Fenster) auf Grundlage von Daten der Europäischen Kommission.
In 40 Prozent der Haushalte wurde zwar über einen Wechsel nachgedacht, aber nur jeder achte Haushalt oder 13 Prozent haben den Internet Service Provider gewechselt. "Der Wettbewerb der Internetanbieter ist groß, doch die meisten Verbraucher bleiben dauerhaft bei ihrem ersten Internetanbieter", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Die Zahl der Haushalte, die bereits gewechselt haben, steigt nur langsam: Bis 2010 waren es 10 Prozent, ein Jahr später 13 Prozent.
Durch EU-Vorgaben wurde Ende Oktober 2011 in der Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) festgeschrieben, dass für den Wechsel des Telefon- oder Internetanbieters oder bei Umzügen von Kundenanschlüssen der Dienst höchstens einen Tag unterbrochen werden darf. Kommt es zu Problemen, muss der alte Anbieter die Versorgung des Kunden weiterhin gewährleisten. Sanktionen für den Fall, dass Anbieter dem nicht nachkommen, gibt es allerdings nicht. Telefon- und Internetanbieter müssen künftig auch Verträge mit einer Höchstlaufzeit von zwölf Monaten anbieten. Internet Service Provider werden zudem verpflichtet, die Mindestgeschwindigkeit bei DSL-Verträgen genau anzugeben. Zieht ein Telekommunikationskunde um, kann er seinen alten Vertrag nun mitnehmen, ohne dass dessen Mindestlaufzeit von vorne beginnt.
EU-weit hat nur jeder zehnte Haushalt gewechselt
Trotz der niedrigen Wechselquote liegt Deutschland am oberen Ende der EU-Rangliste. In der Europäischen Union hat nur jeder zehnte Haushalt den Provider gewechselt. Ganz vorne liegt Finnland mit 22 Prozent sowie Schweden und Dänemark mit je 17 Prozent. Mit 58 Prozent habe die Mehrheit der EU-Bürger laut EU-Kommission noch nie in Erwägung gezogen, den Internetanbieter zu wechseln.
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