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Phobos Grunt: Russische Marssonde abgestürzt

Am 15. Januar 2012 gegen 17:45 Uhr mitteleuropäischer Zeit hat die russische Marsmission geendet: Die Raumsonde Phobos Grunt verglühte in der Atmosphäre. Einige Teile stürzten auf die Erde.
/ Werner Pluta
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Phobos Grunt: 200 Kilogramm sollen die Erde erreicht haben. (Bild: Lavochkin Association)
Phobos Grunt: 200 Kilogramm sollen die Erde erreicht haben. Bild: Lavochkin Association

Die russische Raumsonde Phobos Grunt(öffnet im neuen Fenster) ist am frühen Sonntagabend abgestürzt. Die Reste der Sonde sollen in den Pazifik gestürzt sein.

Teile des Raumfahrzeuges seien gegen 17:45 Uhr mitteleuropäischer Zeit etwa 1.250 Kilometer westlich der südchilenischen Insel Wellington in den Pazifik gefallen. Es hätten nur etwa 200 Kilogramm des etwa 13 Tonnen schweren Raumfahrzeuges die Erde erreicht, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti(öffnet im neuen Fenster) . Nach einem anderen Bericht der Agentur(öffnet im neuen Fenster) lag die Absturzstelle in Brasilien.

Raketentriebwerk zündete nicht

Die Sonde Phobos Grunt war Anfang November 2011 vom Startplatz im kasachischen Baikonur aus ins All geschossen worden. Allerdings versagte das Raketentriebwerk der Sonde, so dass diese in der Erdumlaufbahn steckenblieb und sich nicht mehr meldete .

Start der Zenit-2SB mit Phobos Grunt an Bord
Start der Zenit-2SB mit Phobos Grunt an Bord (02:25)

Erst zwei Wochen später gab es wieder Kontakt zu der Sonde : Zuerst empfing die europäische Weltraumagentur Esa Signale von Phobos Grunt, später auch ihr russisches Pendant Roscosmos. Eine Rettung durch die Installation einer neuen Software, auf die die russischen Weltraumexperten gehofft hatten, erwies sich als unmöglich.

Unter Beobachtung

Da die Sonde nicht mehr steuerbar war, konnte sie nicht kontrolliert zum Absturz gebracht werden. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik(öffnet im neuen Fenster) (FHR) in Bonn bei Köln hatten deshalb die Bahn von Phobos Grunt in den Tagen vor dem Absturz genau beobachtet. Das Institut verfügt über das Weltraumbeobachtungsradar Tracking and Imaging Radar(öffnet im neuen Fenster) (Tira), mit dem sich Objekte im Weltraum erfassen lassen.

Ziel der Sonde sollte der Marsmond Phobos sein. Dort sollte Phobos Grunt Bodenproben nehmen und Marsbeobachtungen durchführen. Die Sonde hätte im August 2014 mit den Proben zur Erde zurückkehren sollen. Die Mission war die erste interplanetarische russische Weltraummission seit 1996.


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