Abo
  • IT-Karriere:

Ligthning Bolt: Drei Displays und Strom fürs Notebook über ein Kabel

AMD baut sich sein eigenes Thunderbolt - und nennt die Technik auch ganz ähnlich. In Las Vegas führt das Unternehmen im Hinterzimmer "Lightning Bolt" vor. Auch Wireless Display steht auf der Nachbauliste.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Trinity-APUs sind die Grundlage für beide Techniken.
Die Trinity-APUs sind die Grundlage für beide Techniken. (Bild: Nico Ernst/Golem.de)

Wenn es schon den Codenamen "Lightning Bolt" trägt, dann sollte es auch so funktionieren wie Intels Thunderbolt - und das tut AMDs neue Entwicklung offenbar auch. Als besonderen Fortschritt kann die Verbindung zwischen Notebook und Monitor auch den Mobilrechner mit Strom versorgen. Das schafft Thunderbolt bisher noch nicht.

Stellenmarkt
  1. Südzucker AG, Mannheim
  2. i-SOLUTIONS Health GmbH, Bochum

AMD zeigt Lightning Bolt auf der CES nur im Hinterzimmer seines Konferenzraums unter der Auflage, dass von den frühen Prototypen keinerlei Bilder gemacht werden. Die Geräte sehen jedoch schon recht weit entwickelt aus. An einem Standardnotebook hängt dabei über dem Displayport-Ausgang nur ein einziges Kabel. Weitere Leitungen führen nicht zu dem Rechner.

Über dieses Kabel ist ein kleiner Hub angeschlossen, der das Logo von Bizlink trägt. Zumindest Teile der Technik stammen also wohl von diesem Hersteller von Verbindungslösungen. Der Hub stellt drei Displayports sowie USB 3.0 zur Verfügung. Um zu demonstrieren, wie gut die Übertragung in beide Richtungen klappt, nutzt AMD das voll aus.

Ein Blu-ray-Laufwerk an dem Hub schickt dabei die Daten des Films an den Rechner, der sie decodiert und an einem der drei am Hub angeschlossenen Monitore ausgibt. Zu den genauen Datenraten will sich AMD nicht äußern, auch nicht dazu, ob für die Lösung wie bei Thunderbolt das PCI-Express-Protokoll über die Displayport-Kabel geschickt wird.

Wahrscheinlich ist das nicht, denn die Datenraten sind offenbar begrenzt und an die des Displayports gekoppelt: Nur zwei Displays mit 1.920 x 1.200 Pixeln oder drei mit 1.680 x 1.050 sowie vier mit 1.366 x 768 Pixeln lassen sich versorgen. Dem Einsatz eines Notebooks mit zwei hochauflösenden externen Monitoren steht so aber nichts im Weg. Für besonders schnelle Datentransfers von externen Storage-Systemen, wie sie Thunderbolt beherrscht, ist Lightning Bolt offenbar nicht vorgesehen.

Verblüffend ist aber AMDs Preisvorstellung für die gesamte Technik: Höchstens 5 US-Dollar soll die nötige Logik im Notebook kosten, der Hub unter 100 US-Dollar. Das steht im krassen Gegensatz zu bisherigen Thunderbolt-Geräten, bei denen beispielsweise Belkin für sein Dock 299 US-Dollar verlangt. Dieser Adapter bringt zwar auch noch Gigabit-Ethernet mit, aber kein USB 3.0.

Der größte Vorteil von Lightning Bolt ist aber die Stromversorgung, die ein Notebook mit bis zu 50 Watt versorgen können soll. Angesichts der günstigen Preise wäre so eine universelle Docking-Lösung möglich, die nur noch ein einziges Kabel benötigt. Bisher sind solche Ansätze meist herstellerspezifisch. Der Displayport des Notebooks soll sich darüber hinaus auch nur als Monitorausgang nutzen lassen, wenn keine Lightning-Bolt-Hardware zur Verfügung steht.

Mit einer noch recht wüst aussehenden Entwicklerplatine führt AMD auch etwas vor, das das Unternehmen nur als "our Wireless Display" bezeichnet - kein Wunder, diese Marke gehört Intel. Während Intels Lösung zwar schon in der Praxis funktioniert, will AMD sie aber in einem wichtigen Punkt schlagen: der Latenz.

Da der Chiphersteller für das Komprimieren der Bilder vom Notebook die in der aktuellen Radeon-Generation vorhandene Einheit VCE (Video Codec Engine) nutzt, kann das sehr schnell erfolgen. Der VCE hat direkten Zugriff auf den Framebuffer und arbeitet vom Rest des Systems unabhängig. AMD verspricht auf der CES Verzögerungen zwischen Notebook und Display von nur 1 bis 2 Millisekunden. Bei Intels Wireless Display 2.0 sind es bisher mehrere Zehntelsekunden, so dass die Technik kaum für Spiele nutzbar ist.

Derzeit befindet sich AMD in Gesprächen mit anderen Hardwareherstellern, um sowohl Lightning Bolt als auch sein Wireless Display serienreif zu machen. Das Unternehmen hofft zwar, zumindest den zweckentfremdeten Displayport schon mit den ersten Trinity-Notebooks Mitte 2012 verkaufen zu können, ist sich aber nicht sicher, ob das schon so schnell klappt.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 339,00€
  2. 269,00€
  3. (u. a. Far Cry New Dawn für 19,99€, Ghost Recon Wildlands für 15,99€, Rayman Legends für 4...
  4. (u. a. PUBG für 13,99€, Final Fantasy XIV - Shadowbringers für 27,49€, Mordhau für 19,99€)

Xstream 14. Jan 2012

das wird nicht helfen, thunderbolt reicht jetzt schon nicht um eine potente grafikkarte...

/mecki78 13. Jan 2012

USB war das anfangs auch. USB ist eine reine Intel Entwicklung gewesen (1996...

Gu4rdi4n 13. Jan 2012

AMD nennt die technik nicht ähnlich. Das ist nur ein Codename


Folgen Sie uns
       


Teamfight Tactics - Trailer (Gameplay)

Die Helden kämpfen automatisch, trotzdem sind Dota Unerlords und League of Legends: TeamfightTactics richtig spannende Games - die Golem.de im Video ausprobiert hat.

Teamfight Tactics - Trailer (Gameplay) Video aufrufen
Erneuerbare Energien: Die Energiewende braucht Wasserstoff
Erneuerbare Energien
Die Energiewende braucht Wasserstoff

Kein anderes Element ist so universell und dabei simpel aufgebaut wie Wasserstoff und das energiereiche Gas lässt sich aus fast jedem Energieträger gewinnen. Genauso vielseitig gestaltet sich seine Nutzung.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

  1. Strom-Boje Mittelrhein Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
  2. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  3. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um

Projektorkauf: Lumen, ANSI und mehr
Projektorkauf
Lumen, ANSI und mehr

Gerade bei Projektoren werden auf Plattformen verschiedener Onlinehändler kuriose Angaben zur Helligkeit beziehungsweise Leuchtstärke gemacht - sofern diese überhaupt angegeben werden. Wir bringen etwas Licht ins Dunkel und beschäftigen uns mit Einheiten rund um das Thema Helligkeit.
Von Mike Wobker


    Super Mario Maker 2 & Co.: Vom Spieler zum Gamedesigner
    Super Mario Maker 2 & Co.
    Vom Spieler zum Gamedesigner

    Dreams, Overwatch Workshop und Super Mario Maker 2: Editoren für Computerspiele werden immer mächtiger, inzwischen können auch Einsteiger komplexe Welten bauen. Ein Überblick.
    Von Achim Fehrenbach

    1. Nintendo Switch Wenn die Analogsticks wandern
    2. Nintendo Akku von überarbeiteter Switch schafft bis zu 9 Stunden
    3. Hybridkonsole Nintendo überarbeitet offenbar Komponenten der Switch

      •  /