Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Doppelstern: Kepler entdeckt zwei Tatooine-artige Exoplaneten

Das Weltraumteleskop Kepler hat zwei Exoplaneten entdeckt, die um zwei Sonnen kreisen - wie der Planet Tatooine in der Star-Wars-Filmreihe. Außerdem fand Kepler drei Miniplaneten, die kleiner als die Erde sind.
/ Werner Pluta
43 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Kepler-35b: mehrere Millionen Planeten mit Doppelstern (Bild: Lynette R. Cook)
Kepler-35b: mehrere Millionen Planeten mit Doppelstern Bild: Lynette R. Cook

Einen Luke Skywalker wird es auf Kepler-34b und Kepler-35b aber nicht geben: Beide seien Gasplaneten, schreiben die Kepler-Wissenschaftler im Fachmagazin Nature(öffnet im neuen Fenster) . Allerdings haben sie eine deutlich geringere Dichte als Jupiter oder Saturn, die Gasriesen in unserem Sonnensystem. Die beiden Exoplaneten, die sich im Sternbild Schwan befinden, bestehen wahrscheinlich hauptsächlich aus Wasserstoff und sind zudem viel zu heiß, als dass sich dort Leben entwickeln könnte.

Viel leichter als Jupiter

Kepler-34b umkreist seine Sonnen in 289 Tagen. Die Sterne wiederum, die in etwa so groß sind wie die Sonne, umkreisen einander in 28 Tagen. Der Exoplanet ist etwa um ein Viertel (24 Prozent) kleiner als der Jupiter, hat aber nur 22 Prozent von dessen Masse. Kepler-34b ist rund 4.900 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Die beiden Sterne von Kepler-35b sind kleiner als unsere Sonne - der größere hat 89 Prozent der Masse unseres Zentralgestirns, der kleinere nur 81 Prozent. Kepler-25b umrundet sie in nur 131 Tagen. Der 5.400 Lichtjahre entfernte Exoplanet ist um gut 26 Prozent kleiner als der Jupiter und hat nur 12 Prozent von dessen Masse.

Kepler-16b alias Tatooine

Kepler-34b und Kepler-35b sind indes nicht die ersten Planeten, die Kepler entdeckt hat, die um einen Doppelstern kreisen. Im September 2011 hatten Astronomen in den vom Weltraumteleskop aufgenommenen Bildern den Exoplaneten Kepler-16b entdeckt, der um einen Doppelstern kreist, und gaben ihm prompt den Spitznamen Tatooine.

Das Weltraumteleskop Kepler
Das Weltraumteleskop Kepler (06:14)

Die Astronomen gehen aber davon aus, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt: Etwa ein Prozent der Doppelsterne in der Nähe hätten Planeten, das bedeute, es gebe mindestens mehrere Millionen Tatooines, sagen sie.

Miniexoplaneten...

Die meisten bisher von Kepler entdeckten Exoplaneten waren recht groß, in der Mehrzahl Gasriesen. Doch jetzt hat das Weltraumteleskop drei Planeten entdeckt, die kleiner sind als die Erde. Sie kreisen um den Stern KOI-961, einen sogenannten roten Zwerg(öffnet im neuen Fenster) , dessen Durchmesser nur ein Sechstel des Sonnendurchmessers beträgt. Der Radius der Planeten ist 0,78-, 0,73- und 0,57-mal so groß wie der der Erde. Damit ist der kleinste von ihnen in etwa so groß wie der Mars.

Das Besondere an den Planeten, die die Bezeichnung KOI-961.01, KOI-961.02 und KOI-961.03 bekommen haben, ist, dass sie wie die Erde Gesteinsplaneten sind - das ist die Minderheit der bisher entdeckten Exoplaneten. Sie sind allerdings viel zu nahe an ihrem Zentralgestirn, um in der habitablen Zone(öffnet im neuen Fenster) zu sein, also in einer Entfernung zum Stern, die auf dem Planeten Bedingungen zulassen, die Leben ermöglichen. Die drei Exoplaneten sind KOI-961 aber so nahe, dass sie ihn in nur zwei Tagen umrunden.

... im Minisonnensystem

KOI-961 ist nur etwa 70 Prozent größer als der Jupiter. Das sei das kleinste bisher entdeckte Sonnensystem, erklärt John Johnson, Chefwissenschaftler am Exoplanet Science Institute der Nasa am California Institute of Technology in Pasadena. "Seine Größe ist tatsächlich eher mit der des Jupiters und seinen Monden vergleichbar als mit einem Planetensystem. Diese Entdeckung zeigt wieder einmal die Mannigfaltigkeit der Planetensysteme in unserer Galaxis."

Das Weltraumteleskop Kepler hat in letzter Zeit einige spektakuläre Entdeckungen gemacht. Darunter waren mit Kepler 20e und Kepler 20f zwei Exoplaneten von der Größe der Erde . Mit Kepler 22b fand das Weltraumteleskop den ersten Gesteinsplaneten in der habitablen Zone .


Relevante Themen