Hackergruppe: Apple, Nokia und RIM sollen Abhörgate für Indien öffnen
Hacker haben Dokumente veröffentlicht, denen zufolge ein indischer Geheimdienst Vereinbarungen mit den Smartphoneherstellern Apple, Nokia und Research In Motion (RIM) hat. Darin sollen die Hersteller die Überwachung von E-Mail-Kundendaten erlauben. Der US-amerikanische IT-Sicherheitsexperte Christopher Soghoian wies in einem Tweet auf die Veröffentlichung der Hackergruppe The Lords of Dharmaraja hin. "Hacker haben eine interne geheime Mitteilung des indischen Militärgeheimdienstes veröffentlicht, nach der Apple Abhörhintertüren für die Regierung bereitstellt", heißt es in der Twitter-Nachricht von Soghoian(öffnet im neuen Fenster).
"Wir veröffentlichen Informationen von Servern des indischen militärischen Geheimdienstes", so die Gruppe Dharmaraja(öffnet im neuen Fenster). Ein Dutzend Softwarefirmen hätte die Vereinbarung unterzeichnet. Den Hackern liege der Quellcode der Hintertüren der Firmen vor. Im Gegenzug hätten die mit "RINOA" abgekürzten Unternehmen, was für RIM, Nokia und Apple steht, Zugang zum indischen Markt erhalten. Ob die von The Lords of Dharmaraja veröffentlichten Dokumente echt sind, ist unbestätigt.
Über diese Abhörschnittstelle soll die indische Regierung auch E-Mails der U.S.-China Economic and Security Review Commission mitgelesen haben, die sich mit Sicherheitsfragen der Beziehungen zwischen den USA und China beschäftigt. Als Beweis dafür haben die Hacker Teile aus der E-Mail-Korrespondenz des Kongressausschusses veröffentlicht.
Die Hackergruppe hatte am 6. Januar 2012 bei einem Angriff Sourcecode von Antivirenprogrammen des Herstellers Symantec erbeutet.
Die indische Regierung hatte RIM im vergangenen Jahr ein Ultimatum gestellt, ihren Behörden Zugang zu der E-Mail-Kommunikation über die Blackberrys zu gewähren. Textnachrichten können die Behörden bereits abhören – den Zugang dazu hatte RIM bereits gewährt. Der indische Staat verlangte jedoch auch Zugriff auf die von Blackberry-Nutzern versandten verschlüsselten E-Mails.
Nachtrag vom 16. Januar 2012, 14:55 Uhr
Der Sicherheitsexperte Jeffrey Carr hält die Dokumente(öffnet im neuen Fenster) für falsch.
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