Abo
  • IT-Karriere:

Filesharing: Kopieren als religiöser Grundsatz anerkannt

Eine schwedische Finanzbehörde hat die Kirche der Kopimisten als Religionsgemeinschaft anerkannt. Die Mitglieder der Kirche fühlen sich der freien Verbreitung von Informationen verpflichtet.

Artikel veröffentlicht am ,
Heilige Information: Logo der Kopimistenkirche
Heilige Information: Logo der Kopimistenkirche (Bild: Kopimi)

Filesharing wird in Schweden zur Religion: Der schwedische Staat hat die Det Missionerande Kopimistsamfundet (etwa: Missionarische Kirche des Kopimismus) als Glaubensgemeinschaft anerkannt.

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Bonn, Köln, Wilhelmshaven, Potsdam-Schwielowsee
  2. ITEOS, Karlsruhe

Die Kopierkirche wurde 2010 von dem Philosophiestudenten Isak Gerson gegründet. Er hat sich seither um eine offizielle Anerkennung bemüht. Im dritten Anlauf habe das Kammarkollegiet diese erteilt, berichtet Kirchenvorstand Gustav Nipe. Das Kammarkollegiet ist eine dem Finanzamt unterstellte Behörde, die unter anderem für die Anerkennung von Religionsgemeinschaften zuständig ist. Der Brief sei zwar schon vor Weihnachten eingetroffen, sie hätten ihn aber erst Tage nach dem Jahreswechsel geöffnet, erzählte Gerson der britischen Ausgabe des Technologiemagazins Wired.

Behördliche Kopierskepsis

Gerson, das spirituelles Oberhaupt der Gemeinschaft, begrüßte die Maßnahme. Er hoffe, dass dies "ein Schritt auf den Tag hin ist, an dem wir unseren Glauben ohne Furcht vor Verfolgung ausüben können." Dass sich das Verfahren so lange hingezogen hat, könnte nach Nipes Ansicht daran liegen, dass viele schwedische Behörden eine urheberrechtsfreundliche Haltung hätten und das Kopieren deshalb skeptisch betrachteten.

Kopieren ist aber das zentrale Element dieser Glaubensgemeinschaft. Für sie ist die Information heilig. Ihr Wert vervielfache sich, wenn sie kopiert werde, glauben die Kopimisten. Das spiegelt sich auch im Namen der Gemeinschaft wider: Kopimi stammt von Copy me, kopier mich. Derzeit hat die Kirche des Kopimismus rund 3.000 Mitglieder. Allerdings sei eine formale Mitgliedschaft nicht notwendig - es reiche aus, sich dem zentralen Gedanken, der Information und ihrer Verbreitung, verpflichtet zu fühlen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 26,99€
  2. 2,99€
  3. 1,19€

Charles Marlow 09. Jan 2012

Da zahlt man dann wieder gern Kirchensteuer. ;)

profi-knalltüte 09. Jan 2012

klingt einfach, aber information ist nicht gleich information. in diesem film haben sich...

__destruct() 06. Jan 2012

Nein, weiß != blau ist wahr und weiß <> blau ist auch wahr, aber blau ==! weiß ist...

GodsBoss 06. Jan 2012

Naja, kommt drauf an. Wenn deine Religion beinhaltet, Tiere grausam ausbluten zu lassen...

slashwalker 06. Jan 2012

Was meinst du wie schnell Schweden überbevölkert wäre? :-p


Folgen Sie uns
       


Radeon RX 5700 (XT) - Test

Die Navi-10-Grafikkarten schlagen die Geforce RTX 2060(S), benötigen aber etwas mehr Energie und unterstützen kein Hardware-Raytracing, dafür sind sie günstiger.

Radeon RX 5700 (XT) - Test Video aufrufen
Endpoint Security: IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten
Endpoint Security
IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten

Tausende Geräte in hundert verschiedenen Modellen mit Dutzenden unterschiedlichen Betriebssystemen. Das ist in großen Unternehmen Alltag und stellt alle, die für die IT-Sicherheit zuständig sind, vor Herausforderungen.
Von Anna Biselli

  1. Datendiebstahl Kundendaten zahlreicher deutscher Firmen offen im Netz
  2. Metro & Dish Tisch-Reservierung auf Google übernehmen
  3. Identitätsdiebstahl SIM-Dieb kommt zehn Jahre in Haft

Erasure Coding: Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
Erasure Coding
Das Ende von Raid kommt durch Mathematik

In vielen Anwendungsszenarien sind Raid-Systeme mittlerweile nicht mehr die optimale Lösung. Zu langsam und starr sind sie. Abhilfe schaffen können mathematische Verfahren wie Erasure Coding. Noch existieren für beide Techniken Anwendungsgebiete. Am Ende wird Raid aber wohl verschwinden.
Eine Analyse von Oliver Nickel

  1. Agentur für Cybersicherheit Cyberwaffen-Entwicklung zieht in den Osten Deutschlands
  2. Yahoo Richterin lässt Vergleich zu Datenleck platzen

In eigener Sache: Golem.de bietet Seminar zu TLS an
In eigener Sache
Golem.de bietet Seminar zu TLS an

Der Verschlüsselungsexperte und Golem.de-Redakteur Hanno Böck gibt einen Workshop zum wichtigsten Verschlüsselungsprotokoll im Netz. Am 24. und 25. September klärt er Admins, Pentester und IT-Sicherheitsexperten in Berlin über Funktionsweisen und Gefahren von TLS auf.

  1. In eigener Sache Zweiter Termin für Kubernetes-Seminar
  2. Leserumfrage Wie können wir dich unterstützen?
  3. In eigener Sache Was du schon immer über Kubernetes wissen wolltest

    •  /