Gekaufte Links: Google bestraft sich selbst

Gekaufte Links in Blogs haben dazu geführt, dass Googles Webspam-Team die Website des eigenen Browsers mit einer Strafe belegt hat. Die Suchmaschine Google listet die Website des Browsers Google Chrome daher nicht mehr auf der ersten Seite.

Artikel veröffentlicht am ,
Matt Cutts bestraft Google.
Matt Cutts bestraft Google. (Bild: Google)

Es war angeblich ein Versehen und dennoch bestraft sich Google selbst. Das Unternehmen hatte eine Werbekampagne beauftragt, die für Abrufe eines Videos über Google Chrome sorgen sollte. Nur hatte Google nicht darauf geachtet, wie das beauftragte Unternehmen Essence Digital die Kampagne umsetzte.

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Das Problem: Letztendlich kamen die Videoabrufe über bezahlte Blogeinträge, in denen die Videos eingebettet wurden, zustande. In einem Fall wurde dabei auch auf die Homepage von Googles Browser Chrome verlinkt, und zwar ohne dass ein Nofollow-Attribut gesetzt wurde. Dies verstößt gegen Googles Webmaster-Richtlinien, da sich so die Position in Googles Suchergebnissen verbessern lässt. Google hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass es gekaufte Links nicht duldet und diverse Anbieter für solche gekauften Links bestraft. Das bedeutet, die Webseiten rutschen für eine gewisse Zeit in den Suchergebnissen weit nach hinten.

Nun aber wirkt es so, als habe Google gegen seine eigene Richtlinie verstoßen und mit Hilfe von bezahlten Blogeinträgen versucht, die Chrome-Website in den Ergebnissen seiner Suchmaschine nach vorn zu bringen.

Google hat keine bezahlten Blogeinträge genehmigt

Das stimmt so nicht, teilt Essence Digital in einer Stellungnahme mit: Google habe zu keinem Zeitpunkt der Schaltung bezahlter Blogeinträge oder dem Einkauf von Links zugestimmt. Google habe lediglich Videoanzeigen genehmigt. Zudem habe Google in der Vergangenheit darauf verzichtet, bezahlte Blogeinträge für seine Produkte zu schalten.

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Ganz offenbar hat Google aber auch nicht darauf geachtet, wie seine Kampagne umgesetzt wird. Laut Essence Digital wurden Blogger dazu angehalten, gegen Bezahlung Blogeinträge schlechter Qualität zu veröffentlichen. Dahinter steckt laut Andrew Girdwood das Unternehmen Unruly Media, das vermutlich von Essence Digital beauftragt wurde.

Webspam-Team bestraft Chrome

Diese Darstellung bestätigt auch Matt Cutts, der das Webspam-Team von Google leitet. Man habe rund zwei Dutzend bezahlte Blogeinträge im Rahmen der Kampagne gefunden, nur in einem sei ein Link auf die Homepage von Google Chrome enthalten gewesen, der nicht mit Nofollow gekennzeichnet war und damit Pagerank weitergab. Die eingebetteten Videos hätten allesamt keinen Pagerank weitergegeben.

Auch wenn es nur ein Einzelfall ist und davon auszugehen ist, dass nicht für den Link, sondern die Einbettung des Videos bezahlt wurde, verstoße dies gegen Googles Qualitätsrichtlinien, so Cutts. Die Folge: Das Webspam-Team hat die Homepage von Google Chrome mit einer manuellen Strafe belegt, die 60 Tage gilt und dafür sorgt, dass die Seite nicht mehr oben in den Suchergebnissen auftaucht.

Wer derzeit in Google nach "Google Chrome" sucht, findet die Homepage des Browsers nicht. Vor der Strafe stand sie auf Platz 1.

Exempel statuiert

Googles Vorgehen gegen sich selbst ist hart, bietet Google aber eine gute Gelegenheit, öffentlich ein Exempel zu statuieren, ohne dass sich jemand beschweren kann, Google nutze seine Marktmacht aus, um Wettbewerbern zu schaden. Google sendet so ein deutliches Zeichen in Richtung Linkeinkäufern.

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Remo 11. Aug 2012

Google bestraft sich also selbst und statuiert an sich selbst ein Exempel. Sauberkeit im...

mst 04. Jan 2012

Also wenn die Suchanfragen auch nur einen kleinen Anteil am Pagerank haben, sollte klar...

Endwickler 04. Jan 2012

Nimm einen adblocker und schon siehst du auch diese Werbung nicht mehr. :-) Ansonsten...

egal 04. Jan 2012

Sicher gibts viele die 'no-follow' verwenden, aber da springen noch genug follow-links...



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