CCC: Staatstrojaner werden nicht besser

Die bisherigen Versionen des Staatstrojaners und ihr Einsatz sind nach Ansicht des Chaos Computer Clubs dermaßen fehlerhaft, dass der CCC die Verwendung derartiger Schnüffelsoftware auch langfristig ablehnt.

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In einem Interview erläutert Constanze Kurz die Meinung des CCC zum Staatstrojaner.
In einem Interview erläutert Constanze Kurz die Meinung des CCC zum Staatstrojaner. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Der Bundestrojaner verstößt gegen gesetzliche Richtlinien und ist äußerst fehlerhaft umgesetzt, argumentiert der Chaos Computer Club (CCC). Da sowohl der Hersteller als auch die Behörden mehrfach Fehler gemacht hätten, lehnt der CCC den Einsatz von staatlicher Schnüffelsoftware auch in Zukunft ab. Die Ermittlungsbehörden würden "nach anderen Wegen suchen müssen", sagte CCC-Sprecherin Constanze Kurz am Rande des 28C3 in einem Interview mit Golem.de. Außerdem werde der CCC keine Anleitung zur Programmierung eines perfekten Trojaners geben.

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Auf dem 28C3 hatte der CCC bereits in einem Vortrag eindeutig Stellung zum Einsatz des Bundestrojaners bezogen. Constanze Kurz vom CCC-Vorstand hat die Position in einem Gespräch mit Golem.de nochmals detailliert erörtert. Nach den bisherigen Ergebnissen geht der CCC davon aus, dass der Einsatz von Trojanern bei der Verbrechensbekämpfung auch weiterhin mangelhaft umgesetzt werden wird - obwohl die Richter in Karlsruhe klare Vorgaben auch in technischer Hinsicht gemacht haben.

Aber nicht nur technisch gesehen sei der Einsatz des Bundestrojaners eine Katastrophe. Rechtlich gesehen seien ebenfalls erhebliche Fehler passiert. Zum einen hätte bei den Behörden, beim Gesetzgeber oder der Justiz niemand die Software überprüft, diese hätten sich stattdessen auf die Beteuerungen des Herstellers verlassen, dass die Software funktioniere. Zum anderen sei es fraglich, wie sich ein Angeklagter gegen die mit dem Trojaner rechtswidrig eingesammelten Daten wehren könne.

Der CCC wurde im Zuge der Veröffentlichung der Details zum Staatstrojaner mehrfach von Gesetzgebern gebeten, seine Informationen und Sichtweise darzustellen - auch in Ausschüssen und in direkten Gesprächen. Dennoch will sich der CCC nicht instrumentalisieren lassen: "Wir haben keinen Bedarf, die Blaupause für den Staatstrojaner zu liefern."

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Inzwischen hat der CCC weitere Schadsoftware erhalten, die er in Zukunft analysieren will. "Da kommt noch 'ne Menge Arbeit auf uns zu", sagt Kurz, "aber die machen wir natürlich auch gerne."

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IT.Gnom 03. Jan 2012

| CCC: Staatstrojaner werden nicht besser | Hat wirklich jemand etwas anderes erwartet ?

gschmitt 03. Jan 2012

?! Die vorgeschlagene Ergänzung ist redundant. Sonst hätte der CCC bisher ja wohl auch...



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