Abhöraffäre: Britische Presse fing eventuell Gordon Browns E-Mails ab

Möglicherweise hat nicht nur Rupert Murdochs inzwischen eingestelltes Boulevardblatt News of the World britische Prominente bespitzelt: Eine Sonderkommission von Scotland Yard prüft derzeit, ob auch andere Zeitungen Privatdetektive zum Spionieren engagierten.

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Ehemaliger britischer Premierminister Gordon Brown: Hinweise, dass verschiedene Zeitungen spionieren ließen
Ehemaliger britischer Premierminister Gordon Brown: Hinweise, dass verschiedene Zeitungen spionieren ließen (Bild: Jumana El-Heloueh/ Reuters)

Die Abhöraffäre um britische Medien scheint sich auszuweiten: Scotland Yard hat auf beschlagnahmten Computern E-Mails des ehemaligen britischen Premierministers Gordon Brown sichergestellt. Auftraggeber der Abhöraktionen könnten verschiedene Medienhäuser gewesen sein.

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Die Mails seien von Privatdetektiven abgefangen worden, berichtet die britische Tageszeitung Independent. Eine Sonderkommission von Scotland Yard prüfe "die Möglichkeit, dass verschiedene Titel aus der Fleet Street spezialisierte Privatdetektive damit beauftragt hätten, in Computer einzudringen", schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen Informanten, der Kenntnisse über die Daten auf den Computern hat. Die Fleet Street ist das ehemalige Zeitungsviertel Londons. Der Ausdruck wird heute noch als Sammelbegriff für die britische Presse gebraucht.

Die acht Ermittler hätten einen Mailwechsel zwischen Derek Draper, einem Berater der Labour Partei, und Gordon Brown sichergestellt. Letzterer war zu diesem Zeitpunkt noch Finanzminister unter Premierminister Tony Blair. In den Mails werde unter anderem das schwierige Verhältnis zwischen Blair und seinem Finanzminister und Nachfolger Brown angesprochen. Die Ermittler hätten auf den rund 20 Rechnern zudem Hinweise auf weitere abgefangene Mails gefunden, die möglicherweise von hunderten Absendern stammen.

Erstmals war im Jahr 2007 bekanntgeworden, dass Privatdetektive im Auftrag der britischen Boulevardpresse Prominente bespitzelten. Das Boulevardblatt News of the World (NoW), das zu Rupert Murdochs Medienkonzern News Corporation gehörte, hatte versucht, das Schweigen der Opfer durch hohe Geldzahlungen zu erkaufen. Im Sommer 2011 war die Affäre eskaliert, woraufhin Murdoch NoW kurzerhand einstellte. Möglicherweise war seine Zeitung aber nicht die einzige, die sich solcher Praktiken bediente.

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Brown hatte 2011 erklärt, dass ein Trojaner auf seinem Computer installiert worden sei, um an seine Mails zu gelangen. Er beschuldigte News International, den britischen Zweig der News Corporation. Scotland Yard wollte sich nicht dazu äußern, da es sich um eine laufende Ermittlung handele.

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